Metro Awakening im Test: Ein düsterer Trip durch die virtuelle Metro-Welt

16. November 2024, 21:44 Uhr · Quelle: PixelCritics
Die Metro-Serie hat sich über die Jahre als eine der atmosphärisch dichtesten und erzählerisch stärksten Reihen in der Welt der Videospiele etabliert. Mit dem Schritt in die virtuelle Realität will Metro Awakening VR nicht nur neue Wege beschreiten, sondern das Genre des Survival-Horrors revolutionieren. Der Anspruch: eine perfekte Kombination aus der fesselnden Story, den nervenaufreibenden […]

Die Metro-Serie hat sich über die Jahre als eine der atmosphärisch dichtesten und erzählerisch stärksten Reihen in der Welt der Videospiele etabliert. Mit dem Schritt in die virtuelle Realität will Metro Awakening VR nicht nur neue Wege beschreiten, sondern das Genre des Survival-Horrors revolutionieren. Der Anspruch: eine perfekte Kombination aus der fesselnden Story, den nervenaufreibenden Kämpfen und der unheimlichen Atmosphäre der Vorgänger – jetzt in VR. Doch wie viel von diesem ambitionierten Ziel wird tatsächlich erreicht? Lass uns in die Tunnel hinabsteigen, bewaffnet mit einer VR-Brille, einer Taschenlampe und einer ordentlichen Portion Neugier.

Der Einstieg: Willkommen in einer Welt zum Anfassen

Schon der Prolog von Metro Awakening VR zeigt eindrucksvoll, was die Entwickler bei Vertigo Games draufhaben: eine Liebe zum Detail, die ihresgleichen sucht. Man beginnt in einem kleinen, gemütlichen Zimmer. Hier gibt es unzählige interaktive Objekte – Schachfiguren, die sich realistisch auf einem Brett platzieren lassen, ein Klavier, dessen Tasten melodisch auf Berührungen reagieren, oder sogar eine spielbare Gitarre. Diese ersten Minuten dienen nicht nur als Tutorial, sondern auch als Showcase, was VR in den Händen kreativer Entwickler leisten kann.

Doch der eigentliche Star ist die Welt der Metro selbst. Sobald man die ersten Schritte durch die düsteren Tunnel wagt, fühlt es sich an, als wäre man wirklich dort. Jede Ecke, jedes Geräusch und jede Lichtquelle tragen dazu bei, eine greifbare, immersive Umgebung zu schaffen. Die erste Begegnung mit einem Nosalis – einem der typischen Metro-Monster – lässt das Herz höher schlagen. Die klaustrophobischen Korridore, das Knarzen der Rohre und das ständige Gefühl, beobachtet zu werden, machen schnell klar: Hier geht es ums Überleben.

Die Story: Zwischen Verlust, Wahn und Hoffnung

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Serdar, ein Arzt, dessen Welt ins Chaos gerät, als seine Frau Yana die Medikamente absetzt, die ihre Visionen unterdrücken – Visionen ihres verstorbenen Sohnes. Diese Visionen und die mysteriösen Botschaften, die sie mit sich bringen, treiben die Handlung voran und stellen Serdar vor moralische und emotionale Herausforderungen.

Die Story von Metro Awakening VR wagt sich an schwere Themen: Verlust, psychische Gesundheit und die Frage, was real ist und was nicht. Serdars Dialoge mit anderen Überlebenden, seine Monologe und die ständigen Hinweise auf Yanas geistigen Zustand geben der Handlung eine emotionale Tiefe, die in VR noch intensiver wirkt.

Doch die narrative Stärke hat ihre Schattenseiten. Immer wieder gerät das Pacing ins Stocken, weil sich lange Dialoge mit actionreichen Sequenzen abwechseln, ohne dabei nahtlos ineinander überzugehen. Während Fans der Serie die philosophischen Fragen und die melancholische Grundstimmung lieben dürften, könnten Gelegenheits-Spieler die ständigen Unterbrechungen als störend empfinden.

Die Metro in VR: Immersion auf einem neuen Level

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung von VR-Spielen ist es, den Spieler vollständig in die Welt eintauchen zu lassen. Hier brilliert Metro Awakening VR. Die Taschenlampe, die man per Generator auflädt, die Gasmaske, deren Glas man nach einem Nahkampf abwischen muss, oder der Rucksack, der als interaktives Inventar dient – all diese kleinen Mechaniken tragen zur Immersion bei.

Besonders beeindruckend ist der Rucksack. Anders als in vielen VR-Spielen, wo Inventarsysteme oft sperrig wirken, fühlt sich das Durchwühlen des Rucksacks in Awakening natürlich und intuitiv an. Man nimmt Waffen, Munition oder Medkits heraus, als würde man tatsächlich durch eine Tasche greifen.

Die Kämpfe gegen die Monster der Metro sind intensiver denn je. Es gibt nichts Nervenzerrenderes, als mitten in einem Angriff nachladen zu müssen, während man gleichzeitig die Taschenlampe auf die Angreifer richtet. Auch die Mechanik der Waffen ist hervorragend umgesetzt: Vom präzisen Einlegen von Magazinen bis hin zum manuellen Nachladen von Pumpguns – jede Bewegung fühlt sich echt an.

Doch die Immersion hat auch ihre Tücken. Lange Laufpassagen durch scheinbar endlose Tunnel ohne klare Ziele können ermüdend sein. Die Entwickler wollten offenbar die beklemmende Atmosphäre der Metro einfangen, doch dabei gerät das Gameplay manchmal ins Hintertreffen.

Gegner und Herausforderungen: Ein bisschen Abwechslung, bitte!

Die Metro-Reihe war nie dafür bekannt, eine Vielzahl von Gegnertypen zu bieten, doch in Awakening VR fällt dieser Mangel besonders ins Gewicht. Die Nosalis und Lurker sind zwar bedrohlich, werden aber schnell vorhersehbar. Spinnen, die auf Licht reagieren, sorgen in den ersten Stunden für gruselige Momente, doch auch sie verlieren ihren Schrecken, wenn man das Verhaltensmuster einmal verstanden hat.

Menschliche Gegner tauchen seltener auf, bieten aber immerhin eine taktische Komponente. Ob man sich schleichend durch feindliche Lager bewegt oder in offene Schusswechsel gerät, bleibt meist dem Spieler überlassen. Leider fehlen größere Bosskämpfe oder herausragende Momente, die die Kämpfe wirklich unvergesslich machen.

Technik: PSVR2 vs. PCVR

Die technische Umsetzung von Metro Awakening VR ist ein zweischneidiges Schwert. Auf einem High-End-PC mit einer Meta Quest 3 sieht das Spiel beeindruckend aus: Texturen sind scharf, Beleuchtungseffekte stimmungsvoll, und die Performance ist stabil. Die PSVR2-Version hingegen hat mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Besonders der sogenannte Mura-Effekt – ein körniger Film auf OLED-Displays – macht die ohnehin dunklen Umgebungen noch schwerer erkennbar.

Auch Bugs trüben die Erfahrung. So berichten Spieler von gelegentlichen Freezes, besonders nach dem Verlassen des Pausenmenüs. Diese Probleme können die Immersion empfindlich stören und sollten dringend mit Patches behoben werden.

Sounddesign: Ein akustischer Albtraum (im besten Sinne)

Wo die Grafik gelegentlich schwächelt, glänzt das Sounddesign umso mehr. Von dem dumpfen Dröhnen, wenn ein Zug durch die Tunnel rast, bis hin zu den furchterregenden Schreien der Nosalis – der Ton ist ein entscheidender Faktor für die Atmosphäre.

Die Waffen klingen wuchtig und authentisch, und die Umgebungsgeräusche tragen dazu bei, dass man sich ständig beobachtet fühlt. Besonders bemerkenswert ist, wie gut die Geräusche räumlich platziert sind – ein Monster, das von hinten ankriecht, kann einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Die Schwächen im Detail: Wiederholungen und fehlende Highlights

Obwohl Metro Awakening VR viel richtig macht, ist es kein perfektes Spiel. Das größte Problem ist die Wiederholung. Sobald man die Mechaniken und die Gegner einmal durchschaut hat, gibt es wenig, was das Spiel noch überraschen kann.

Auch die Schauplätze bieten wenig Abwechslung. Während frühere Metro-Spiele gelegentlich ins Freie führten und mit beeindruckenden Landschaften punkteten, bleibt Awakening fast ausschließlich in dunklen, engen Tunneln. Selbst die halluzinatorischen Sequenzen, die früher Höhepunkte der Serie waren, fühlen sich hier zu zahm an.

Gaming / Metro / Metro Awakening / VR
[pixelcritics.com] · 16.11.2024 · 21:44 Uhr
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