Metaplanet wird zu einem entscheidenden Testfall für die Bitcoin-Übernahme in Unternehmen

Metaplanet Inc., der einst unauffällige Hotelbetreiber aus Tokio, der sich in einen Bitcoin (BTC)-Akkumulator verwandelte, befindet sich in einer entscheidenden vierwöchigen Phase, die neu definieren könnte, wie börsennotierte Unternehmen Kryptowährungen in ihrer Bilanz handhaben.
Laut dem Analysten Shanaka Anslem Perera sitzt das Unternehmen nun auf einem Buchverlust von etwa $651 Millionen aus seiner Wette von 30.823 BTC, obwohl es Rekordgewinne verbucht und einen komplexen Deal mit Vorzugsaktien vorbereitet, der testen wird, ob dieses Modell tatsächlich einen langwierigen Bitcoin-Abschwung überleben kann.
Metaplanets Bitcoin-Vorrat stößt an eine Grenze, während BTC stagniert
Perera präsentierte Metaplanets komplexes Finanzbild in einem Blogeintrag vom 25. November. Er stellte fest, dass das Unternehmen seine Bitcoin-Position zu einem durchschnittlichen Preis von $108,036 pro BTC erworben hat, aber da die Kryptowährung am 26. November etwa $87,500 gehandelt wurde, hat der nicht realisierte Verlust $651 Millionen erreicht. Dies hat zu einem Rückgang des Aktienkurses des Unternehmens um 81 % seit Juni beigetragen.
Allerdings erzählen seine Finanzberichte eine ganz andere Geschichte: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 1.700 % auf ¥4,3 Milliarden und das Nettoergebnis erreichte ¥13,5 Milliarden für das Geschäftsjahr bis September.
Laut Perera basiert Metaplanets Strategie auf dem, was er Reflexivität nennt. Wenn der Bitcoin-Preis steigt und die Aktien des Unternehmens mit einem Aufschlag gehandelt werden, kann es Aktien ausgeben, um mehr BTC zu kaufen, was einen positiven Kreislauf schafft.
Aber dieser Mechanismus brach zusammen, als die Aktie unter dem Wert der Bitcoin-Bestände des Unternehmens gehandelt wurde, was den Multiple-to-Net-Asset-Value (mNAV) im späten November auf 0,88 drückte und die Ausgabe von Aktien für bestehende Aktionäre destruktiv machte.
Um Kapital zu beschaffen, ohne den Aktienkurs zu beeinträchtigen, führte das Unternehmen am 20. November ein unbefristetes Vorzugskapitalinstrument namens „MERCURY“ ein, mit einer Dividende von 4,9 % und einem Umwandlungspreis von ¥1.000. Eine Aktionärsabstimmung am 22. Dezember wird darüber entscheiden, ob rund ¥21,25 Milliarden dieses Kapitals in Kraft treten.
Ein Testfall für Unternehmensrisiken bei BTC in einem unbeständigen Markt
Metaplanets Wette spielt sich vor einem schwierigen Hintergrund sowohl in Japan als auch auf dem breiteren Kryptomarkt ab.
Bitcoin hat sich erst kürzlich von einem Rückgang unter $81,000 erholt und kämpft darum, aus den hohen $80,000 auszubrechen, wobei On-Chain- und Derivatdaten immer noch auf hohe nicht realisierte Verluste und anhaltende Verkäufe durch Großinvestoren hinweisen.
Im Inland beobachten die Regulierungsbehörden genau. Der Betreiber der Tokioter Börse hat mögliche strengere Regeln für Unternehmen signalisiert, die sich in digitale Anlage-Treasury-Strategien verlagern, nachdem mehrere kleinere Unternehmen diesen Herbst vor ähnlichen Schritten gewarnt wurden.
Das Management von Metaplanet besteht darauf, dass es ordnungsgemäße Governance- und Aktionärszulassungsprozesse eingehalten hat und sich selbst als die „verantwortungsvolle“ Version des Modells darstellt. Zudem hat die Bank of Japan sich von extrem günstigen Geldkonditionen entfernt, die Zinssätze auf 0,5 % angehoben, den höchsten Stand seit Jahren, und Regierungsvorhersagen, die Bond-Renditen steigen lassen.
Das hat die ursprüngliche These erschwert, dass japanische Sparer, gedrängt von negativen Realrenditen und einem schwachen Yen, BTC-Exposition durch Metaplanet-Aktien jagten. Ob dieses Narrativ aufrechterhalten wird, hängt von drei sich überschneidenden Kräften im nächsten Monat ab: der MERCURY-Abstimmung, der Preisbewegung von Bitcoin zum Jahresende und dem Umfang, in dem die japanischen Regulierungsbehörden gehen.

