Merz' Diplomatische Mission: Neuer Kurs in den Golfstaaten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Riad den Anfangspunkt einer dreitägigen Reise in die Golfregion gesetzt, um die Beziehungen zu wirtschaftsstarken Ländern auf der Arabischen Halbinsel zu intensivieren. Ein Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wurde als „herzlich und offen“ beschrieben, wobei der Fokus vornehmlich auf einer stärkeren wirtschaftlichen Kooperation lag. Themen wie Energie, Verteidigung und künstliche Intelligenz nahmen dabei eine zentrale Rolle ein. Der Hintergrund der Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien ist weitreichend, insbesondere in Anbetracht der früheren internationalen Isolation des Kronprinzen nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi.
Doch Merz verfolgt einen pragmatischen Ansatz: Eine umfassende strategische Partnerschaft mit Riad, die den Status quo hinter sich lässt. Als zweite Station seiner Reise besuchte Merz Katar. Hier unterstrich er die Bedeutung von Dialog und Diversifizierung in Zeiten globaler wirtschaftlicher und geopolitischer Umbrüche. Durch Kooperationen will Deutschland die Abhängigkeit von traditionellen Partnern wie den USA und China verringern. Flüssiggas, Wasserstoff und Rüstungskooperationen stehen hierbei im Vordergrund.
Merz verdeutlichte, dass die Zusammenarbeit mit den autoritär geführten Staaten der Region auf einem partnerschaftlichen Grundsatz beruhen müsste, der keinen „Generalverdacht“ beinhaltet. Zwar besteht Kritik an den Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern, dennoch setzt der Kanzler auf respektvolle Dialoge, um Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu fördern. Der Besuch in Riad unterstrich die gelöste Isolation des saudischen Kronprinzen, nachdem der deutsche Eindruck von den Beziehungen durch den Mord an Khashoggi überschattet worden war.
Nachdem der damalige Kanzler Olaf Scholz 2022 die Krise beigelegt hatte, scheinen die Zeichen nun auf Normalisierung zu stehen. Der letzte Halt von Merz’ Reise liegt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, einem weiteren wichtigen wirtschaftlichen Akteur der Region.

