Europäische Märkte im Wartestand: Einfluss von Arbeitsmarktdaten und Zollstreit
Die europäischen Aktienmärkte verharrten am Donnerstag weitgehend regungslos. Analysten beobachteten gespannt die noch auszuwertenden US-Arbeitsmarktdaten, die für den Nachmittag erwartet wurden.
Kapitän an Deck war Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets, der die zentrale Bedeutung der Zahlen betonte: Eine mögliche Abkühlung des Arbeitsmarktes könnte die US-Geldpolitik schneller als erwartet zu Lockerungen führen – ein Umstand, der die Spekulation um zwei oder gar drei Zinssenkungen in diesem Jahr anheizt.
Am Mittag verzeichnete der Euro Stoxx 50 einen leichten Rückgang von 0,26 Prozent auf 5.305 Punkte. Der SMI in der Schweiz stagnierte, während der britische FTSE 100 mit einem Plus von 0,44 Prozent auf 8.813 Punkte leicht zulegte.
Die Ungewissheit, die durch den andauernden Handelsstreit zwischen der EU und den USA geschürt wird, lastete ebenfalls auf der Marktstimmung. Marktexperte Andreas Lipkow betonte, dass ein einvernehmliches Resultat unwahrscheinlich sei und potentielle Strafzölle den Markt in Atem halten.
Der Pharmasektor zeigte durchwachsene Ergebnisse: Novartis rutschte nach Enttäuschungen im Zusammenhang mit einer Phase-III-Studie des Medikaments Cosentyx um ein Prozent ab. Derweil glänzte der kleinere Schweizer Pharmakonzern DocMorris mit einem Anstieg um fünf Prozent, beflügelt durch die Umsatzsteigerung bei Redcare Pharmacy, insbesondere im Bereich des E-Rezepts in Deutschland.
Die trotz Senkung des Kursziels von der Deutschen Bank weiterhin optimistische Bewertung für DocMorris beflügelte den Wert zusätzlich. Im Technologiesektor trübte sich das Bild: Die Aktien des Halbleiterausrüsters ASML schwächelten, nachdem Berichte auf Verzögerungen bei der Produktion einer Samsung-Betriebsstätte in den USA hinwiesen.
Aufgrund mangelnder Kundennachfrage entscheidet sich der südkoreanische Riese, den Aufbau seiner Chipfabrik in Texas zu vertagen.

