Merck KGaA: Auf Kurs mit neuem Tumormedikament Pimicotinib
Der Darmstädter Technologieriese Merck KGaA plant, zeitnah nach positiven klinischen Testresultaten die Marktzulassung für sein Tumor-Medikament Pimicotinib zu beantragen. Dies bestätigte das DAX-gelistete Unternehmen im Vorfeld des renommierten Krebsforscherkongresses der Assoziation der klinischen Onkologie (ASCO), der am Freitag in Chicago eröffnet wird. Merck wird seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Medikament Pimicotinib dort am Sonntag vorstellen. Während die Nachricht auf bemerkenswerten klinischen Fortschritten beruhte, reagierte der Aktienkurs zuletzt kaum und schloss leicht im Minus.
Nach einigen Rückschlägen in früheren Studien sieht sich Merck unter Zugzwang, innovative Medikamente auf den Markt zu bringen. Der Konzern hält die globalen Vermarktungsrechte für Pimicotinib, das ursprünglich vom chinesischen Unternehmen Abbisko Therapeutics entwickelt wurde. In der Phase-III-Studie, die wesentliche Ergebnisse lieferte, wurde das Medikament bei Patienten aus China, Europa und Nordamerika zur Behandlung des sogenannten tenosynovialen Riesenzelltumors (TGCT) getestet. Dieser seltene, gutartige Tumor kann Gelenke und umliegendes Gewebe betreffen, was zu Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungssteifigkeit führt.
Die Ergebnisse der fortgeschrittenen Phase-III-Studien waren ermutigend: Über die Hälfte der Teilnehmer zeigte eine positive Reaktion auf das Medikament. Zudem berichteten Forscher von einer statistisch signifikanten Verbesserung der mit TGCT verbundenen Symptome, einschließlich Schmerzreduktion und gesteigertem Bewegungsumfang. Danny Bar-Zohar, der weltweite Forschungschef von Merck und zukünftiger Leiter der Pharmasparte, bezeichnete die Studiendaten als 'bahnbrechend' und sieht darin das Potenzial, neue Standards in der TGCT-Behandlung zu setzen. Ergänzende Studiendaten sind Mitte 2025 zu erwarten. Gegenwärtig machte das Unternehmen keine Angaben über die Umsatzprognosen für Pimicotinib im Falle einer erfolgreichen Marktzulassung.

