Mehr Transparenz beim Fleischeinkauf: Neue Herkunftskennzeichnung in Kraft
Verbraucher dürfen sich über eine gestiegene Transparenz beim Kauf von Fleischwaren freuen. Von nun an sind detaillierte Angaben zum Herkunftsland der Tiere, von denen das Fleisch stammt, verpflichtlich. Die neue Verordnung, die vom Bundesagrarminister Cem Özdemir ins Leben gerufen wurde, sieht vor, dass nicht nur verpacktes Fleisch im Supermarkt, sondern auch unverpacktes Fleisch, wie es häufig in Metzgereien oder auf Wochenmärkten verkauft wird, eine eindeutige Herkunftskennzeichnung aufweisen muss. Dies umfasst neben Rindfleisch nun auch Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch.
Die Umsetzung der Regelung erfolgt durch klar erkennbare Schilder direkt an der Ware oder auch durch digitale Anzeigen. Einfache Bezeichnungen wie "Aufgezogen in: Spanien. Geschlachtet in: Deutschland" bringen dem Verbraucher näher, welche Reise das Tier bis zum Ladentisch hinter sich gebracht hat. Doch auch die gastronomischen Einrichtungen sollen in den Blick genommen werden: bald könnten auch Gäste in Restaurants und Kantinen durch Angaben in den Speisekarten nachvollziehen, woher das Fleisch auf ihrem Teller stammt.
Diese Transparenz ist nicht nur ein Gewinn für kritische Verbraucher, sondern soll auch die regionale Wirtschaft fördern und höhere Standards in Bezug auf Umwelt- und Tierschutz unterstützen. Die Verbraucherzentralen honorieren diese Maßnahme als Schritt in die richtige Richtung, signalisieren jedoch, dass weitere Verbesserungen notwendig seien, speziell bei verarbeiteten Fleischprodukten und in der Gastronomie.
Mit dem Tag der Umsetzung rückt auch die künftige Anpassung der Fleischkennzeichnung in nähere Frist. So wird die bisherige "Haltungsform"-Kennzeichnung, welche die Haltungsbedingungen der Tiere widerspiegelt, bis zum Sommer an das neue staatliche Tierhaltungslogo angeglichen, das fünf verschieden Stufen der Tierhaltung unterscheidet. Diese Änderung soll Verbrauchern die Auswahl erleichtern und Widersprüchlichkeiten in der Lesbarkeit verschiedener Siegel vermeiden. Die ambitionierten Pläne des Bundesagrarministeriums zeigen, dass Verbraucherschutz und Tierwohl immer stärker in den gesellschaftlichen Fokus rücken. (eulerpool-AFX)

