«Megxit» - Rückzug von Meghan und Harry

19. Februar 2021, 18:07 Uhr · Quelle: dpa

London (dpa) - Man hat sich größte Mühe gegeben, die Nachricht so unaufgeregt wie möglich aussehen zu lassen: «Ein Statement des Buckingham-Palasts zum Herzog und der Herzogin von Sussex» heißt die unscheinbare Mitteilung, die das Königshaus am Freitag auf Twitter verlinkte.

Doch der Inhalt hat es in sich. Der Tenor: Der «Megxit» ist endgültig vollzogen - Harry und Meghan sind weg, weit weg, und kommen auch nicht wieder.

Die Queen habe nach Gesprächen mit Harry bestätigt, dass es nach dem Rückzug aus der königlichen Familie nicht möglich sei, «die Verantwortung und Pflichten fortzusetzen, die mit einem Leben im Dienste des Volkes» verbunden seien, so die offizielle Erklärung im Wortlaut. Deshalb würden beide auch ihre Schirmherrschaften und militärischen Ehrentitel zurückgeben, die neu in der Familie verteilt werden sollen.

Harry (36) und Meghan (39) hatten sich Anfang des vergangenen Jahres vom Königshaus losgesagt und angekündigt, finanziell unabhängig leben zu wollen. Heute wohnen die beiden mit dem einjährigen Sohn Archie in Kalifornien, produzieren Serien und Podcasts, engagieren sich viel und erwarten ein weiteres Kind. Bald soll ein großes Interview mit US-Moderatorin Oprah Winfrey veröffentlicht werden.

Von Anfang an war - ähnlich wie beim Brexit - eine einjährige Übergangsphase für den «Megxit» vereinbart worden. Bis dahin sollte in Gesprächen mit Königin Elizabeth II. die zukünftige Rolle des Paares in der Krone geklärt werden. «Obwohl alle traurig über ihre Entscheidung sind, bleiben der Herzog und die Herzogin sehr geliebte Mitglieder der Familie», hielt das Königshaus nun abschließend fest.

Es dürfte vor allem seine verlorene Rolle im Militär sein, der Prinz Harry besonders nachtrauern wird. Nach seinem jahrelangen Dienst mit Einsätzen in Afghanistan hatte er stets engen Kontakt zur Armee gehalten und auch die «Invictus Games» mit ins Leben gerufen, einen internationalen Sportwettkampf für verwundete und versehrte Soldaten. Doch die neu gewonnene Freiheit hat ihren Preis - so die Botschaft, die der Palast mit seiner klaren Ansage nochmals untermauert.

Überraschend kommt der nun verkündete harte Schnitt nicht. Insider hatten zuvor eine Rückkehr des Paares ins britische Königshaus für fast unmöglich erklärt, nachdem die beiden lukrative Verträge mit den Streaming-Plattformen Netflix und Spotify unterschrieben hatten. Und doch markiert er eine weitere Zäsur in turbulenten Zeiten.

Derzeit sorgen sich die Windsors um die Gesundheit von Prinz Philip, seit mehr als einem halben Jahrhundert feste Stütze der Queen und damit auch der Krone. Am Dienstagabend ist der 99 Jahre alte Gatte der Königin ins Krankenhaus gebracht worden - eine reine Vorsichtsmaßnahme und nur zur Beobachtung, wie der Palast schnell betonte. Doch die Entlassung verzögert sich: Der Herzog von Edinburgh werde noch bis in die kommende Woche im Krankenhaus bleiben, berichteten britische Medien am Freitagnachmittag.

Die Queen, Thronfolger Prinz Charles und auch dessen ältester Sohn William samt Gattin Kate bemühten sich in diesen Tagen um «Business as usual» und gute Stimmung: ein Ritterschlag hier, ein Treffen mit medizinischen Beschäftigten dort, keine Krankenhaus-Besuche oder Sorgenfalten.

Dass die Royals nicht unbedingt ihre leichtesten Zeiten durchleben, zeigt sich eher subtil: Den 61. Geburtstag von Skandal-Prinz Andrew bedachte die Königsfamilie öffentlich nicht mit Glückwünschen, sondern einer nüchternen Feststellung: «An diesem Tag im Jahr 1960 hat die Queen einen Sohn zur Welt gebracht, das erste Kind seit 1857, das von einer regierenden Monarchin zur Welt gebracht wurde», hieß es auf dem gleichen Twitter-Account, auf dem das Königshaus wenige Stunden später die «Megxit»-Bombe platzen ließ.

Prinz Andrew, das dritte Kind des Königshauses nach Prinz Charles (72) sowie Prinzessin Anne (70) und vor Prinz Edward (56), war wegen seiner Freundschaft zu dem inzwischen gestorbenen Multimillionär Jeffrey Epstein massiv unter Druck geraten. Der vorbestrafte US-Geschäftsmann soll über Jahre hinweg Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Eines der Opfer wirft Prinz Andrew vor, er selbst habe sie mehrfach missbraucht. Der Royal bestreitet das. Auch er hat sich inzwischen von seinen offiziellen Aufgaben zurückgezogen - wenn auch aus ganz anderen Gründen als Harry und Meghan.

Auf den verbliebenen Royals, die sich auch im Alltag der Pandemie bemühen, mit tröstendem Lächeln und anteilnehmenden Worten ihr Volk bei Laune zu halten, lastet umso mehr Druck. Herzogin Kate und Eines-fernen-Tages-Thronfolger William sind sichtbar wie selten und werden vom Palast wann immer möglich auf den Präsentierteller manövriert. Dass ihnen dabei die lässige Leichtigkeit, mit der etwa Meghan und Harry vor einigen Tagen per künstlerischem Schwarz-Weiß-Foto ihr zweites Kind ankündigten, manchmal abgeht - geschenkt.

Das nun ganz formell vom Palast geschiedene Paar bekräftigte über einen Sprecher, sein Engagement in Großbritannien und in aller Welt aufrechterhalten und weiter mit den Organisationen zusammenarbeiten zu wollen. «Wir können alle ein Leben im Dienste der Allgemeinheit leben. Das ist universell», ließen die beiden verkünden. Universell dürfte auch weiterhin die große öffentliche Faszination für die vom royalen Pfad abgekommene junge Familie sein, Ehrentitel und zurückgelassenes Königshaus hin oder her. Netflix und Spotify gibt es immerhin auch in good, old Britain - und weit darüber hinaus.

Links zum Thema
Palast-Mitteilung
Adel / Leute / Monarchie / Großbritannien
19.02.2021 · 18:07 Uhr
[6 Kommentare]
Israelische Fahne an der Knesset (Archiv)
Berlin - Die Bundesregierung hat den Beschluss des israelischen Parlaments zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen kritisiert. "Verständlicherweise ist Israel nach dem 7. Oktober hart gegen den Terrorismus vorgegangen. Das gestern verabschiedete Gesetz sieht die Bundesregierung aber mit großer Sorge", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am […] (00)
vor 6 Minuten
Niall Horan
(BANG) - Niall Horan hat in diesem Jahr "jede Menge Hochzeiten", die er besuchen wird, wollte aber nicht bestätigen, ob dazu auch die Hochzeit von Taylor Swift und Travis Kelce gehört. Der 'Slow Hands'-Sänger, der seit über einem Jahrzehnt mit der Popikone befreundet ist, erklärte, dass er in den kommenden Monaten mehrere Menschen aus seinem Umfeld vor […] (00)
vor 2 Stunden
Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige in Australien
Canberra (dpa) - Mit einem weltweit beachteten Gesetz hatte Australien Im vergangenen Dezember ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt – nun geraten große Plattformen wegen möglicher Verstöße zunehmend unter Druck. Fast vier Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes ermittelt die Aufsichtsbehörde gegen fünf Dienste: […] (00)
vor 1 Stunde
Bus Bound gibt Release Datum bekannt und zeigt eine lebendige Metropole für Solo- und Koop-Fahrer
Fahrsimulationen haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Renaissance erlebt – und Bus Bound, das neue Projekt des österreichischen Entwicklers stillalive studios und Publisher Saber Interactive, positioniert sich mit einem frischen Ansatz mitten in diesen Trend. Ein neuer Trailer zum Releasetermin zeigt, was die Stadt im Spiel zu bieten hat: […] (00)
vor 1 Stunde
«Spreewaldkrimi»-Aus: Produzent Esser zeigt sich enttäuscht
Er hebt die scheinbar anspruchsvolle Konstruktion seiner Produktion hervor, die es bei kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen schwerer habe - doch macht er es sich damit vielleicht zu leicht? Bereits vor einigen Wochen berichtete Quotenmeter: Das ZDF wird seine Reihe Spreewaldkrimi nach 20 Jahren beenden. Denn der Drehstartmeldung für den aktuellen Fall war zu entnehmen, dass dieser […] (00)
vor 1 Stunde
Nico Schlotterbeck
Dortmund (dpa) - Borussia Dortmunds Sportgeschäftsführer Lars Ricken hat verständnisvoll auf die Aussage von Nationalspieler Nico Schlotterbeck reagiert, eine Vertragsverlängerung beim BVB stehe keineswegs kurz bevor. Ricken sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Nicos Aussagen sind nachvollziehbar. Wir haben weder einen Durchbruch noch eine Einigung […] (02)
vor 34 Minuten
bitcoin, table, courses, finance, virtual, crypto, currency, money, coin, computer
Im Jahr 2026 erleben Solana-Investoren eine zunehmende Frustration, die nicht mit dem Preis zusammenhängt. Die einst verlässlichen Staking-Erträge von Solana, die langfristig orientierten Anlegern als passive Einkommensquelle dienten, schrumpfen aufgrund eines von Anfang an im Protokoll verankerten Plans. Solanas Inflationsmodell reduziert die […] (00)
vor 23 Minuten
Informationsabend zum Schulbauprojekt in Kasana-Luweero (Uganda)
Donauwörth, 31.03.2026 (lifePR) - Gemeinsam mit den Vereinen „Vier Steine für Afrika e.V.“ und „1000 Schulen für unsere Welt e.V.“ plant die Pfarreiengemeinschaft Nördlingen im Heimatbistum von Kaplan Jerome Muyunga in Kasana-Luweero (Uganda) den Bau einer Grundschule mit drei Klassenräumen für 25.000 Euro. Um dieses Vorhaben näher vorzustellen, wurde zu einem Informationsabend am 26.03.26 in den […] (00)
vor 1 Stunde
 
Schuldenuhr (Archiv)
Frankfurt am Main - Die deutschen Staatsschulden sind im Jahr 2025 um 144 Milliarden […] (00)
Stahlproduktion (Archiv)
München - Rund 90 Prozent der Industrieunternehmen erwarten, dass der Iran-Krieg ihre […] (00)
Containerschiff (Archiv)
Wiesbaden - Die Importpreise in Deutschland sind im Februar 2026 um 2,3 Prozent […] (00)
Céline Dion kündigt Bühnen-Comeback an
Paris (dpa) - Jahrelang mussten Superstar Céline Dion und ihre Fans auf ein Bühnen- […] (02)
Stabilität und Potenzial bei Adidas Die Privatbank Berenberg hat in einer aktuellen […] (00)
Wasabi Cat bleibt im Game – und bringt Crackz mit
Mit einer samtpfötigen Vor-Ort-Promotion hat sich die Snackmarke Crackz auf der […] (00)
Deniz Undav
Stuttgart (dpa) - Nach seinem späten Glücksmoment gegen Ghana schlüpfte Deniz Undav […] (00)
Lisa Kudrow war nicht überzeugt, dass 'Friends' ein Erfolg werden würde.
(BANG) - Lisa Kudrow war nicht überzeugt, dass 'Friends' ein Erfolg werden würde, und […] (00)
 
 
Suchbegriff