Medizin der Zukunft: KI als Chance – und Herausforderung
Zwischen Innovation und Verantwortung: Wie KI die Medizin verändert – und was der Mensch dabei bewahren muss

24. Oktober 2025, 14:52 Uhr · Quelle: LifePR
Prof. Dr. Uwe Spetzger betont die Vorteile von KI bei administrativen Aufgaben in der Medizin, warnt aber vor Verlusten in der Ausbildung. Eine Kooperation zwischen Klinikum Karlsruhe und KIT könnte die Medizintechnik innovativ vorantreiben.

Karlsruhe, 24.10.2025 (lifePR) - Beim 17. Innovation Forum Medizintechnik in Tuttlingen fordert Prof. Dr. Uwe Spetzger einen bewussten Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Technik sei ein mächtiges Werkzeug, müsse aber verantwortungsvoll genutzt werden. Ein Meilenstein: Die nun besiegelte Kooperation zwischen dem Klinikum Karlsruhe und dem Karlsruher Institut für Technologie verbindet Medizin, Technik und Praxis auf zukunftsweisende Weise.

Beim 17. Innovation Forum Medizintechnik in Tuttlingen hat Prof. Dr. Uwe Spetzger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Städtischen Klinikum Karlsruhe, über die Chancen und Grenzen von Künstlicher Intelligenz (KI) in der modernen Neurochirurgie gesprochen. Er plädiert eindringlich für eine verantwortungsvolle Nutzung der KI, die derzeit in aller Munde ist.

„Künstliche Intelligenz kann uns im beruflichen Alltag erheblich entlasten – vor allem bei monotonen und administrativen Aufgaben“, sagte Prof. Spetzger. „Doch wenn es um operative Eingriffe oder um die Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen und Ärzten geht, müssen wir genau abwägen, was wir gewinnen – und was möglicherweise verloren geht.“

Ein Beispiel: Die Erkennung von Tumorgewebe in CT-Bildern durch KI-Systeme erleichtere die Diagnose und spare Zeit. Gleichzeitig, so Prof. Spetzger, gehe dabei jedoch ein wichtiges didaktisches Element verloren: „Wer sich in der Ausbildung selbst durch Einzelaufnahmen arbeitet, schärft seine analytischen Fähigkeiten. Das ist eine Erfahrung, die durch Automatisierung nicht ersetzt werden kann.“

Auch der zunehmende Einsatz von Robotik in der Chirurgie bringe Risiken mit sich: „Routine entsteht durch Wiederholung. Wenn diese durch Maschinen ersetzt wird, fehlt den jungen Ärztinnen und Ärzten möglicherweise das haptische Verständnis für die Anatomie.“ Deshalb sei es entscheidend, das eigene Weltbild mit dem computergenerierten abzugleichen – ein Prozess, den Prof. Spetzger als „Ground Truth“, also die menschlich bewertete Grundwahrheit bezeichnet.

Dennoch ist Prof. Spetzger absolut offen für technische Neuerungen in der Medizin: „Die moderne Neurochirurgie ist ein stark technikgeprägtes Fach. Um hier mit der internationalen Entwicklung Schritt zu halten, brauchen wir eine enge Verbindung zwischen Medizin, Informatik und Ingenieurwissenschaften. Wir haben in der Medizintechnik-Branche in Süddeutschland einige Weltmarktführer und diese Vormachtstellung gilt es durch sinnvolle Kooperationen zu verteidigen.“

Diese Verbindung lebt das Klinikum Karlsruhe nun auch dank Prof. Spetzgers Initiative in einer neuen Kooperation mit dem renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Damit wird ein lange vorbereitetes Vorhaben Realität: die enge Verzahnung von Lehre, Forschung und klinischer Praxis. „Als langjähriger Dozent und Fakultätsmitglied am KIT ist die Kooperation für mich ein echter Meilenstein – und ein Herzensprojekt, das endlich Wirklichkeit wird.“

Zukünftig werden alle Medizintechnik-Studierenden des KIT praktische Einblicke am Klinikum Karlsruhe erhalten – direkt im OP und im Umgang mit modernsten Geräten. Ein weiterer Eckpunkt ist die Schaffung von voraussichtlich sechs neuen Professuren im Bereich Medical Engineering am KIT. Auch räumlich gesehen rücken die beiden Partner näher zusammen: Der Campus für Medizintechnik wird auf den jetzigen Campus West in direkter Nähe zum Klinikum Karlsruhe ziehen.

„So schaffen wir einen echten Praxisbezug, den die Industrie dringend braucht“, betonte Prof. Spetzger. Gerade angesichts der internationalen Konkurrenz durch die USA und China sei dies ein entscheidender Standortfaktor für Deutschland – und besonders für die Region Karlsruhe.

Dass die Zukunft der Medizintechnik in starken regionalen Netzwerken liegt, macht er auch an den vielen so genannten Hidden Champions der Medizintechnik in und um Karlsruhe fest. „Wir habe hier in der Region viele Spitzenunternehmen, die weltweit führende Produkte entwickeln. Diese Unternehmen brauchen gut ausgebildete Köpfe und verlässliche Partner in der Forschung. Genau das wollen wir mit dieser Kooperation bieten.“

Das Innovation Forum Medizintechnik ist ein seit Jahren etabliertes Netzwerktreffen der Medizintechnik-Branche. Das Forum bietet die Plattform für den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie Anwendern und Entwicklern, daneben stellen Unternehmen und Institutionen wegweisende Lösungen, innovative Produkte und Dienstleistungen vor.

Gesundheit & Medizin / Künstliche Intelligenz / Neurochirurgie / Medizintechnik / Kooperation KIT
[lifepr.de] · 24.10.2025 · 14:52 Uhr
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