Marktpausen: Globale Aktienmärkte sammeln Kräfte
Nach einem kontinuierlichen Höhenflug scheinen die globalen Aktienmärkte nun vorerst auf der Stelle zu treten, da Anleger die gestiegenen Bewertungen verarbeiten. Die New Yorker Börse verzeichnete bereits den zweiten Tag in Folge Verluste, was den asiatischen Märkten nur wenig Orientierung bot.
Hier bewegten sich die Aktien in einem engen Rahmen, abgesehen von den chinesischen Bluechips, die einen Anstieg von 0,9% hinlegten und den weltweiten KI-Boom nachvollzogen. Auch in Europa steht ein verhaltener Börsenstart bevor, die EUROSTOXX 50-Futures zeigen kaum Veränderungen.
Die Wall Street Futures notieren leicht im Plus mit 0,2%. Möglicherweise handelt es sich hier um die typischen Umstrukturierungen zum Monats- oder Quartalsende – immerhin stiegen die asiatischen Aktien im Quartal um 9%, während der Nikkei sogar um 13% zulegte.
Zusätzlich dämpfen Töne aus dem Umfeld der US-Notenbank die Erwartungen an baldige Zinssenkungen. Futures deuten weiterhin auf eine 92%ige Chance für eine Zinssenkung der Fed im Oktober hin, jedoch ist die insgesamt erwartete Lockerung von 125 auf 100 Basispunkte zurückgegangen.
San Franciscos Fed-Präsidentin Mary Daly betonte, dass weitere Zinssenkungen zwar notwendig seien, deren zeitlicher Rahmen allerdings unklar bleibe. Heute werden weitere Vertreter der Notenbank sprechen, darunter auch der Präsident der New Yorker Fed, John Williams.
Dies alles geschieht unter der genauen Beobachtung der Notenbank durch die Trump-Administration. Währenddessen bereitete sich Finanzminister Scott Bessent vor, nächste Woche mit der Suche nach einem Nachfolger für Jerome Powell als Fed-Chef zu beginnen.
Der US-Dollar behielt seinen nächtlichen Kursgewinne bei und legte 0,6% gegenüber wichtigen Währungen zu, obschon der kurzfristige technische Ausblick noch düster ist. Besonders hart traf diese Dollar-Stärke Yen-Investoren, die nach der restriktiven Sitzung der japanischen Notenbank in der vergangenen Woche auf Kursgewinne gewettet hatten.
Diese Entwicklung führte zu einer bemerkenswerten Dynamik bei Yen-Kreuzpaaren, wobei der Schweizer Franken einen neuen Rekord zum Yen erreichte und der Euro bei einem Jahreshöchststand von 174,66 notierte, knapp unter einem Rekordhoch von 175,90. Als nächste wichtige Datenveröffentlichungen stehen die wöchentlichen Zahlen zu U.S.-Arbeitslosenansprüchen und die endgültige Schätzung zum BIP des zweiten Quartals auf der Agenda, bevor am Freitag die bedeutenden Daten zu den US-amerikanischen Konsumausgaben (PCE) erwartet werden.
Starke Arbeitsmarktdaten könnten dabei die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinssenkungen erhöhen und den Dollar sowie die kurzfristigen Renditen stützen. Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Donnerstag beeinflussen könnten: Veröffentlichungen zu US-Daten, darunter Handelszahlen, wöchentliche Arbeitslosigkeitsansprüche, Auftragseingänge langlebiger Güter.
Geplante Reden von sechs Vertretern der Federal Reserve: Austan Goolsbee, John Williams, Jeffrey Schmid, Michelle Bowman, Michael Barr und Mary Daly. US-Finanzministerium versteigert 44 Milliarden Dollar an 7-jährigen Staatsanleihen.

