Marktexperte zieht Parallelen zwischen Dotcom-Blase und Strategys Bitcoin-Investitionen

Strategy hat über Jahre hinweg aggressiv Bitcoin gekauft und dies als langfristige, überzeugte Investition dargestellt. Kritiker sehen in diesem Vorgehen jedoch einen Übergang von mutig zu riskant.
Der bekannte Analyst Doctor Profit zieht Parallelen zur Dotcom-Blase und warnt, dass das Unternehmen Gefahr läuft, die Geschichte inmitten des aktuellen KI-Hypes zu wiederholen.
Blindes Vertrauen vs. Markttiming
In einem aktuellen Beitrag auf X äußerte Doctor Profit, dass er wiederholt seine Bedenken gegenüber dem Mitbegründer von Strategy, Michael Saylor, geäußert habe. Die kontinuierliche Bitcoin-Akkumulation, finanziert durch die Ausgabe von Unternehmensanteilen, sei ein Spiel mit dem Feuer. Diese Warnungen seien jedoch ignoriert und sogar verspottet worden.
Seitdem ist der Aktienkurs von Strategy um etwa 75% von seinen Höchstständen gefallen, während Bitcoin selbst 50% unter seinem Höchststand liegt. Mit einem durchschnittlichen BTC-Einstiegspreis von etwa $76.000 und einem aktuellen Handelspreis von rund $63.000 liegt die Position etwa 17% unter den Kosten.
Doctor Profit argumentiert, dass das Unternehmen trotz der Akkumulation seit 2020 nie bedeutende Gewinne realisiert oder strategische Verkäufe durchgeführt habe. Gleichzeitig habe die Aktie einen erheblichen Rückgang erlitten, was die Aktionäre extremen Schwankungen aussetze.
Rückblickend auf vergangene Zyklen sieht Doctor Profit in Saylors Erfahrungen während des Dotcom-Zusammenbruchs im Jahr 2000 eine Warnung. Die derzeitige Begeisterung für KI könnte ein ähnliches Spätzyklus-Szenario schaffen, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich die Geschichte bis 2026 wiederholt.
Anstatt das Risiko zu reduzieren, als diese Signale auftauchten, habe der Vorstandsvorsitzende laut Doctor Profit seine Positionen weiter ausgebaut und Warnsignale ignoriert.
„I truly wish MSTR and Saylor the best, but I cannot understand how reckless this trading approach is in such a late-cycle environment. Markets reward discipline, not blind belief in Bitcoin. There is always time to buy and time to sell. I hope he will listen next time instead of mocking my warnings.“
Die neuen Bedenken kommen vor dem Hintergrund von Strategys jüngstem Bitcoin-Kauf, der kleiner ausfiel als frühere milliardenschwere Käufe, aber im Einklang mit dem langfristigen Akkumulationsplan steht. Das Unternehmen gab knapp $40 Millionen aus, um 592 BTC zu einem Durchschnittspreis von $67.286 zu erwerben, wodurch sich der Gesamtbestand auf 717.722 BTC erhöhte.
Der Kauf wurde durch den Verkauf von Aktien finanziert. In der vergangenen Woche wurden fast 298.000 Class-A-Aktien über das At-the-Market-Programm des Unternehmens verkauft. Strategy hat weiterhin erhebliche Kapazitäten, um durch zukünftige ATM-Verkäufe Kapital zu beschaffen, da noch $37,4 Milliarden an Wertpapieren verfügbar sind, einschließlich MSTR- und STRK-Aktien.
Milliarden in Gefahr
Mit dem weiteren Preisverfall von Bitcoin erhielten frühere Warnungen von Michael Burry und Zac Prince neue Aufmerksamkeit hinsichtlich der Fragilität von BTC-Treasury-Geschäftsmodellen. Burry sagte kürzlich, dass der Rückgang von BTC das Risiko von Stress in den Krypto- und Finanzmärkten erhöht. Der Investor von „The Big Short“ warnte, dass ein weiterer Rückgang Unternehmen, die Bitcoin zu höheren Preisen akkumuliert haben, schwer treffen könnte, was Firmen wie Strategy Milliardenverluste und den Zugang zu den Kapitalmärkten kosten könnte.
Der ehemalige BlockFi-CEO Prince stellte ebenfalls die Nachhaltigkeit von BTC-Treasury-Modellen in Frage und sagte, dass sie auf finanzieller Ingenieurskunst statt auf grundlegenden Geschäftsprinzipien basieren und ohne reale Betriebseinnahmen Schwierigkeiten haben könnten, ihre Bewertungen zu rechtfertigen.

