Markterholung dank politischer Einigung und positiver Impulse bei Rüstungs- und Infrastrukturaktien
Der deutsche Aktienmarkt erlebte am Freitag einen positiven Schub, angetrieben von politischen Entwicklungen im In- und Ausland. Der Dax legte um beachtliche 1,8 Prozent zu und schloss bei 22.968 Punkten, dennoch bleibt ein wöchentliches Minus in Sicht. Der MDax erzielte einen Zuwachs von 2,9 Prozent und erreichte 29.286 Punkte. Auch der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, konnte mit einem Plus von rund 1,3 Prozent überzeugen.
Ein wesentlicher Treiber war die Einigung der drei Regierungsparteien über ein bedeutendes Finanzpaket zur Stärkung der Rüstungs- und Infrastrukturbereiche. Es wird erwartet, dass der Bundestag am Dienstag die Schuldenpakete billigt, bevor diese im Bundesrat weiter diskutiert werden müssten. Zusätzlich beflügelte die Einigung im US-Kongress zur Vermeidung eines Regierungsstillstands die Märkte.
BMW-Aktien pendelten um ihren Vortagesschlusskurs und fielen schließlich um 0,3 Prozent zurück. Der Automobilhersteller sieht sich im Jahr 2024 mit Herausforderungen in China und bei Bremssystemen konfrontiert. Analysten, wie Jose Asumendi von JPMorgan, sehen den Ausblick auf 2025 als realistisch, wenngleich hinter den Erwartungen der Konkurrenz zurückbleibend.
Im Gegensatz dazu plant Daimler Truck nach einem Rückgang des Gewinns eine Erholung im Jahr 2025, mit einer angepeilten Steigerung des operativen Ergebnisses um 5 bis 15 Prozent. Trotz eines Rückgangs der Umsätze in jüngster Vergangenheit sorgt ein starker Auftragseingang am Jahresende für Zuversicht. Die Aktien stagnierten, nachdem sie zunächst gestiegen waren.
Bayer-Aktien profitierten mit einem Plus von 2,2 Prozent von Fortschritten bei den Glyphosat-Klagen in den USA. Eine Gesetzesänderung in Georgia könnte den Weg erleichtern, wenngleich die finale Zustimmung des Gouverneurs noch aussteht.
Der Rüstungssektor, vertreten durch Renk und Rheinmetall, zeigte sich stark, mit Kursgewinnen von 8,4 Prozent bzw. 6,3 Prozent, angetrieben von den Plänen der Bundesregierung. Auch Hensoldt stieg um 5,6 Prozent aufgrund derselben politischen Entwicklungen.
Ein bemerkenswerter Kurssprung von fast 22 Prozent war bei Mutares zu verzeichnen, begünstigt durch einen Vertragsabschluss von Steyr Motors in Brasilien. Ebenso positiv wurde Redcare Pharmacy mit einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux und Nordex wegen der angekündigten Investitionen in den Klimaschutz aufgenommen.
Bechtle reagierte nach anfänglichen Schwankungen auf seinen Zukunftsausblick mit einem Plus von 7,0 Prozent. Ein schwaches erstes Halbjahr ist zu erwarten, jedoch könnten staatliche Aufträge Wachstumsimpulse liefern, sofern die neue Regierung den Haushalt beschließt.

