Maritime Sicherheit erreicht Rekordhoch, doch Schattenflotte birgt Risiken
Der jüngste Bericht des renommierten Versicherers Allianz Commercial präsentiert beeindruckende Neuigkeiten: Die globale Schifffahrtssicherheit verzeichnet einen historischen Meilenstein, da im vergangenen Jahr weltweit so wenige Schiffstotalverluste wie nie zuvor registriert wurden. Mit rund 100.000 größeren Handels- und Fischereifahrzeugen auf den Meeren zählt die Allianz acht Totalverluste weniger als im Vorjahr – ein weiterer Meilenstein in einem seit Jahrzehnten positiven Trend. In den 1990er Jahren verzeichnete man im Gegensatz dazu durchschnittlich über 200 verlorene Schiffe pro Jahr.
Während die Zahl der Totalverluste sinkt, zeigt die Analyse jedoch auch eine Zunahme der Unfälle um zehn Prozent auf 3.310 weltweit, wobei fast 800 Unfälle in den Gewässern der Britischen Inseln auftraten. Hauptverantwortlich für die Totalverluste sind laut Allianz Brände, Kollisionen und extreme Wetterbedingungen. Interessanterweise waren 10 der insgesamt 27 verlorenen Schiffe Fischereifahrzeuge.
Auch wenn die Anzahl der Totalverluste rückläufig ist, birgt die Schifffahrt weiterhin erhebliche Risiken durch geopolitische Spannungen. Eine besondere Bedrohung stellt die sogenannte "Schattenflotte" dar, die internationale Sanktionen umgeht und aus über 600 Schiffen besteht, die meist veraltet und schlecht gewartet sind. Diese mit Briefkastenfirmen verbundenen Tanker, die vornehmlich russisches Öl transportieren, könnten, bei einem Unfall, weitreichende ökologische und finanzielle Schäden verursachen – ohne die Sicherheit einer Deckung durch gängige Schiffsversicherungen.

