Manipuliert Jane Street den Bitcoin-Markt? Die virale Theorie im Überblick

In der Krypto-Community kursieren erneut Gerüchte über mögliche Marktmanipulationen, nachdem Jane Street im vierten Quartal 2025 insgesamt 7.105.206 Anteile des BlackRock Bitcoin Spot ETFs (IBIT) erworben hat. Damit erhöht sich die Gesamtposition auf 20.315.780 Anteile. Diese Offenlegung wird mit einem langjährigen Gerücht über ein tägliches Verkaufsprogramm um 10 Uhr in Verbindung gebracht.
Manipuliert Jane Street den Bitcoin-Preis?
Die Anschuldigung ist einfach: Das gleiche Handelsdesk, das IBIT-Anteile "akkumuliert", soll auch den Bitcoin-Kurs und damit verbundene Produkte zu einem vorhersehbaren Zeitpunkt jeden Morgen beeinflussen, um bessere Einstiegspreise zu erzielen. Experten aus der Marktstruktur weisen dies jedoch entschieden zurück und betonen, dass es sich hierbei um eine Fehlinterpretation der Marktaktivitäten handelt.
Ein Screenshot, der die Behauptung untermauern soll, zeigt Jane Street Group LLC mit einer Position von 20.315.780 und einer Veränderung von 7.105.206, eingereicht am 31.12.2025. Kritiker weisen darauf hin, dass das "Y" im Optionsindikator darauf hindeutet, dass die Position möglicherweise nicht das ist, was die Überschrift suggeriert.
Einige Stimmen in der Community, wie der Account Milk Road, verstärken die "10-Uhr-Theorie" und sprechen von "anhaltenden Gerüchten" über institutionelle Handelsdesks, die eine spezifische Strategie verfolgen. Angeblich sollen um 10 Uhr ET große Verkaufsvolumen den Bitcoin und damit verbundene ETF-Anteile treffen, was Panik auslöst und zu Liquidationen von gehebelten Long-Positionen führt. Anschließend sollen die gleichen Firmen zu niedrigeren Preisen zurückkaufen.
Diese Muster sollen sich erstmals im November 2025 deutlich gezeigt haben und sich bis ins Jahr 2026 fortsetzen. Es wird jedoch betont, dass es sich hierbei um unbestätigte Gerüchte handelt.
Marktmacher: Inventar ist keine These
Die stärkste Gegenreaktion konzentriert sich auf die Mechanik der Marktaktivitäten. Louis LaValle, CEO und Mitbegründer von Frontier Investments, argumentiert, dass die Interpretation der 13F-Dokumente falsch ist:
„Das ist nicht korrekt. Sie interpretieren das 13F falsch. Jane Street ist ein führender Market Maker und autorisierter Teilnehmer für IBIT. Sie 'halten' nicht als Wette. Das 'Y' in der Optionsspalte neben dem Wert von $5,7 Milliarden bestätigt, dass es sich um eine delta-gehedgte Position handelt.“
LaValle fügte hinzu, dass der Anstieg im vierten Quartal operativ und nicht richtungsweisend sein könnte: „Sie haben im vierten Quartal 7 Millionen Anteile hinzugefügt, um die Rekordvolatilität und die Nachfrage nach Schaffung/Rücknahme zu bewältigen. Als Market Maker halten sie diese Anteile, um das Risiko der von ihnen geschriebenen Optionen auszugleichen. Es hat nichts mit Überzeugung oder mysteriöser Preismanipulation zu tun.“
Der ehemalige Hedgefonds-Manager Michael Green äußerte sich ähnlich und betonte, dass Jane Street möglicherweise eine Position in IBIT einnimmt, diese jedoch fast vollständig durch nicht offengelegte Optionen und Futures-Positionen ausgeglichen wird. „Sie akkumulieren sicherlich keine Position in Bitcoin. So funktioniert Market Making.“
Insgesamt scheint die Erklärung der Marktmacher konsistenter mit der typischen Verwaltung solcher Positionen zu sein, während die „10-Uhr-Theorie“ derzeit nur eine unbestätigte Theorie bleibt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Bitcoin bei $68.107.

