Märkte in Turbulenzen: Trump inspiriert Verunsicherung
Nach einem fulminanten Wochenstart an der Wall Street trat am Dienstag eine Dämpfung des Enthusiasmus ein. Der angesehene Dow Jones Industrial sank um 0,7 Prozent auf 49.265 Zähler, nachdem er tags zuvor mit 49.633 Punkten eine Bestmarke erreicht hatte. Auch der marktumfassende S&P 500 verzeichnete einen Rückgang um 0,3 Prozent auf 6.954 Punkte, trotz seiner beeindruckenden Leistung an den vorangegangenen Handelstagen. Die Technologiebörse Nasdaq meldete für den Nasdaq 100 einen Rückgang von 0,4 Prozent auf 25.689 Punkte.
Beobachter interpretieren diese volatilen Aktivitäten als Reaktion auf die jüngsten kühnen Vorschläge von Präsident Donald Trump, die potenziell die kurzfristigen Marktperspektiven beeinflussen könnten. Seine Vorschläge, darunter eine Zinsobergrenze und Einschränkungen für Verteidigungsunternehmen, haben gemischte Reaktionen hervorgerufen.
Die neu veröffentlichten US-Inflationsdaten zeigten sich weitgehend unbeeindruckt von diesen Ereignissen. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember, wie prognostiziert, um 2,7 Prozent, während die Kerninflation stabil bei 2,6 Prozent verharrte. Thomas Gitzel von der VP Bank betonte, dass die Zahlen bisher keine erhebliche Auswirkungen der US-Zollpolitik widerspiegeln und somit der Federal Reserve Spielraum für weitere Zinssenkungen lassen.
JPMorgan eröffnete die Quartalsberichtssaison und berichtete von einem Gewinnrückgang, der auf die Übernahme der Apple-Kreditkarten von Goldman Sachs zurückzuführen ist. Dieser Verlust drückte die JPMorgan-Aktie um 3,8 Prozent. Apple setzte dem Softwaregiganten Adobe zu, indem es einen attraktiveren Abopreis für seine Kreativ-Apps anbot. Die Adobe-Aktien reagierten mit einem Rückgang von 5,8 Prozent, während Apple stabil blieb. Visa und Mastercard litten unterdessen weiterhin unter den Forderungen Trumps, ihre Aktien gaben zwischen 3,3 und 3,5 Prozent nach. Meta sah sich einem Verlust von 2,3 Prozent bei seinen Aktien gegenüber, nachdem Pläne bekannt wurden, Arbeitsplätze in der verlustreichen Sparte Reality Labs zu reduzieren. Diese strategische Neuausrichtung zielt darauf ab, die Konzentration auf KI zu intensivieren. Positives Feedback erhielt Boeing, dessen Aktien um 2,5 Prozent anstiegen. Nach einer Krisenphase lieferte der Flugzeugbauer 2025 mehr Maschinen aus als sein Konkurrent Airbus. Ihren Höhenflug setzten die Chipgiganten Intel und AMD fort, deren Aktien nach einer Einstufung von Keybanc Capital Markets auf 'Overweight' um 8,0 beziehungsweise 6,3 Prozent zulegten. Nicht zuletzt geriet Delta Air Lines unter Druck, deren Aktien um 2,1 Prozent fielen, angesichts einer am Markt als zurückhaltend gewerteten Prognose für 2026.

