Lufthansa vor Hauptversammlung: Widerstand gegen Sparkurs
Der bevorstehende Tagungsbeginn der Lufthansa-Hauptversammlung wird von wachsendem Unmut gegen den Sparkurs von CEO Carsten Spohr überschattet. Sowohl die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) planen, den Vorstand nicht von seiner Verantwortung zu entlasten. Im Zentrum der Kritik steht die geplante Umstrukturierung innerhalb des Konzerns, welche die Verlagerung von Flugzeugen und Arbeitsplätzen in neu initiierte Flugbetriebe umfasst.
Joachim Vázquez Bürger, Vorsitzender von Ufo, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Strategiewandel der Lufthansa, der seiner Meinung nach auf Kostensenkung durch Personalabbau setzt. Er fordert eine unternehmensweite Strategie, die Wachstum und konkurrenzfähige Organisationsstrukturen für alle Beteiligten gewährleistet. Auf der für Dienstag geplanten Hauptversammlung verweigert Ufo nicht nur die Entlastung des Vorstands, sondern auch die Zustimmung zum neuen Vergütungsmodell.
Ähnlich verläuft der Widerstand der VC, die ebenfalls von einer Entlastung des bestehenden Vorstands absieht. Die Gewerkschaft bemängelt in einer internen Mitteilung fehlerhafte Entscheidungen beim Erwerb von Flugzeugen sowie die unklare Markenpolitik des Unternehmens. Zudem wird kritisiert, dass der Wiederanlauf nach der COVID-19-Pandemie zu zögerlich vollzogen wurde. Die kulminierten Herausforderungen des letzten Sommers, geprägt von Unregelmäßigkeiten und hohen Kosten, bedürfen nach Ansicht der VC einer Verantwortungsübernahme durch das Management.
Neben den beiden Gewerkschaften sind auch Vertreter von Verdi im Aufsichtsrat des MDax-gelisteten Unternehmens aktiv und tragen so zur Diskussion um die zukünftige Ausrichtung der Lufthansa bei.

