Lufthansa vor großen Umwälzungen: Umbau des Konzerns und drohender Pilotenstreik
Der Lufthansa-Konzern will in naher Zukunft signifikante Veränderungen anstoßen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Unter der Leitung von Konzernchef Carsten Spohr sollen etwa 4.000 Verwaltungsstellen abgebaut und die unterschiedlichen Fluggesellschaften der Gruppe enger miteinander verbunden werden. Dies wurde auf dem jüngsten Kapitalmarkttag in München bekannt gegeben, wo der Vorstand unbestätigte Berichte aus der Vorwoche konkretisierte. Die Aktie der Lufthansa verzeichnete zwischenzeitliche Kursgewinne, schloss jedoch mit einem moderaten Plus von 0,15 Prozent bei 7,76 Euro, was den fünften Tag in Folge Gewinne bedeutete.
Neben Stellenstreichungen plant die Unternehmensführung unter anderem durch den Einsatz effizienterer Flugzeuge, Digitalisierung und kostengünstigere Betriebsstätten, signifikante Kostenvorteile zu erzielen. Ein Konflikt mit der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit droht jedoch, sich zuzuspitzen, da die Piloten einem Streik nahe stehen. Diese sind zwar nicht direkt von den Stellenstreichungen betroffen, wehren sich jedoch gegen die Verlagerung von Flugzeugen an Billigfluggesellschaften wie Discover und City Airlines, die mit geringeren Personalkosten operieren.
Die zentrale Steuerung der Fluggesellschaften, darunter Swiss, Austrian, Brussels Airlines und Ita, soll künftig effektivere Abläufe ermöglichen, während die Eigenständigkeit der Marken aus Kundensicht gewahrt bleiben soll. Lufthansa plant, den zentralen Verwaltungssitz aus Frankfurt teilweise zu verlegen und 1.500 Vollzeitstellen im Ausland anzusiedeln, was in der Frankfurter Zentrale zu einem überproportionalen Stellenabbau führen dürfte.
Gewerkschaften wie Verdi kritisieren die Pläne und drohen mit Gegenmaßnahmen in der bevorstehenden Tarifrunde, während Personalvorstand Michael Niggemann verspricht, den Abbau sozialverträglich zu gestalten. Wichtige strategische Elemente sind zudem das neue Drehkreuz Rom und die Stärkung von Diensten wie Eurowings und Lufthansa Technik.
Die Lufthansa richtet sich auch finanziell neu aus und hat ihre Gewinnziele für die kommenden Jahre auf 8 bis 10 Prozent des Umsatzes angehoben. Trotz der Herausforderungen strebt das Unternehmen danach, seinen Aktionären weiterhin attraktive Renditen zu bieten. Allerdings bleibt abzuwarten, wie der sich zuspitzende Konflikt mit den Piloten gelöst werden kann. Die Urabstimmung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit endet demnächst, bei der über mögliche Arbeitskämpfe entschieden wird. Von den rund 4.800 betroffenen Piloten wurden bereits Forderungen zu den Betriebsrenten abgelehnt, was die Situation weiter verschärft.

