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Lufthansa-Chef droht mit Streckenstreichungen – und macht der Bundesregierung Vorwürfe

26. September 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Lufthansa-Chef Jens Ritter kündigt Streckenabbau an deutschen Flughäfen an, da Verbindungen unrentabel werden. Er wirft der Bundesregierung vor, Versprechen zur Steuersenkung nicht einzuhalten. (28 Wörter)

„Liste der gefährdeten Flughäfen ist lang“

Lufthansa-Chef Jens Ritter spart nicht mit deutlichen Worten. In einem Interview kündigte er an, unrentable Verbindungen von deutschen Flughäfen zu streichen. „Wenn Verbindungen unrentabel werden, sind wir gezwungen, Strecken zu reduzieren und die Flugzeuge woanders einzusetzen.“

Die Drohung richtet sich nicht gegen Randstandorte, sondern gegen eine Reihe von Flughäfen, die bislang fest im Netz der Lufthansa verankert waren: Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg und Stuttgart stehen auf Ritters Streichliste.

Enttäuschung über Berlin

Besonders hart geht Ritter mit der Bundesregierung ins Gericht. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD zugesagt, die Luftverkehrsteuer zu senken – doch im Haushaltsentwurf für 2026 ist davon nichts mehr zu sehen. „Es ist sehr enttäuschend, dass die Bundesregierung keinerlei Entlastung für Flüge ab Deutschland plant“, so Ritter.

Die Realität sieht anders aus: Seit Mai 2024 zahlen Passagiere höhere Steuern pro Ticket.

  • Kurzstrecke: von 12,48 auf 15,53 Euro
  • Mittelstrecke: von 31,61 auf 39,34 Euro
  • Langstrecke: von 56,91 auf 70,83 Euro

Für eine Airline, die im internationalen Wettbewerb steht, sei das „ein klarer Nachteil gegenüber Standorten im Ausland“, betont Ritter.

Standort Deutschland unter Druck

Die Lufthansa sieht sich im Wettbewerb mit Airlines aus Europa, dem Nahen Osten und Asien, die oft von staatlicher Seite entlastet werden. Hohe Abgaben, steigende Energiekosten und zusätzliche Klimavorgaben erschweren es, profitabel ab Deutschland zu operieren.

Ritter warnt: „Wenn die Politik nicht handelt, wird der Standort Deutschland für Airlines unattraktiv.“

Versprechen gebrochen

Die Kritik trifft die Bundesregierung ins Mark, weil sie im Koalitionsvertrag schwarz auf weiß festgeschrieben hatte: „Luftverkehrsspezifische Steuern, Gebühren und Abgaben sollen reduziert werden.“ Stattdessen erleben Airlines das Gegenteil.

Für die Lufthansa ist das nicht nur eine Frage der Kostenrechnung, sondern auch des Vertrauens. Ritter:

„Wir haben mit Zusagen kalkuliert – und nun werden sie nicht eingehalten.“

Eskalation mit Ansage

Die Debatte über die Zukunft des Luftverkehrs in Deutschland dürfte sich zuspitzen. Denn Lufthansa droht mit einem Szenario, das Politik und Wirtschaft gleichermaßen alarmieren müsste: eine Ausdünnung des innerdeutschen und europäischen Streckennetzes.

Das wäre nicht nur ein Schlag für die betroffenen Regionen, sondern auch ein Risiko für die Anbindung der deutschen Wirtschaft.

Standortfrage ungelöst

Die Worte von Jens Ritter sind mehr als eine Drohung. Sie sind ein Warnsignal an die Politik: Wenn die Kosten am Standort Deutschland weiter steigen, zieht die größte Airline Konsequenzen.

Und die Liste der gefährdeten Flughäfen ist schon heute länger, als es der Bundesregierung lieb sein kann.

Finanzen / Unternehmen / Lufthansa / Flughäfen / Luftverkehrsteuer
[InvestmentWeek] · 26.09.2025 · 12:00 Uhr
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