Luftfahrtindustrie fordert dringende Regulierung zur Drohnenabwehr
Die Luftfahrtindustrie drückt den Alarmknopf: Eine überwältigende Mehrheit von 74 Prozent der Fachleute sieht eklatante Lücken in der Gesetzgebung zur Erkennung und Abwehr von Drohnen. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und vom Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) sowie dem Europäischen Verband für unbemannte Luftfahrt (UAV DACH) mit hilfreichen Einsichten versehen wurde. Die befragten Experten, insgesamt 140 an der Zahl, kritisieren den Mangel an klaren Richtlinien, die es Unternehmen und Polizei gleichermaßen ermöglichen würden, entschlossen gegen illegale Drohnenaktivitäten vorzugehen.
Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des BDLI, spricht von einer ernsten Bedrohung der nationalen Sicherheit und wirtschaftlichen Stabilität und fordert eine koordinierte Herangehensweise in der Drohnenabwehr, um die von der Industrie entwickelten Technologien effektiv einzusetzen. Drohnen, so zeigt die Umfrage, stellen eine signifikante Gefahr dar: Zwei Drittel der Experten berichten von Vorfällen in ihren Organisationen, häufig in den letzten sechs Monaten. Hauptsorgen bereiten Drohnen eingesetzt zur Spionage von militärischen Einrichtungen und kritischen Infrastrukturen. Dennoch, wie Gerald Wissel, Vorstandsvorsitzender des UAV DACH betont, sind Drohnen nicht nur Gefahrenquelle, sondern könnten auch wertvolle Hilfsmittel zum Schutz sensibler Bereiche sein.
Aktuell betreiben nur wenige Organisationen Drohnendetektion – lediglich 28 Prozent sind in diesem Bereich aktiv. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in der Abwägung von Risiken und Kosten, da die existierenden Technologien lediglich als mäßig effektiv angesehen werden. Vor diesem Hintergrund sprechen sich die Experten für eine nationale Strategie zur Drohnendetektion und -abwehr aus. Eine stärkere Regulierung, die Schaffung eines umfassenden gesetzlichen Rahmens sowie die Bereitstellung von Sicherheitslösungen für kritische Infrastruktur durch Polizeibehörden stehen dabei im Vordergrund.

