Lokomotiven in der Leihgabe: Deutsche Bahn setzt beim ICE L auf Flexibilität

Der neue ICE L der Deutschen Bahn sorgt für frischen Wind auf der Strecke zwischen Köln und Berlin, auch wenn er momentan nicht mit den vorgesehenen Steuerwagen unterwegs ist. Stattdessen kommen Vectron-Lokomotiven zum Einsatz, da die originalen Antriebswagen noch auf ihre Zulassung warten müssen. Laut der Deutschen Bahn bleibt der Zeitpunkt dieser Zulassung unklar. Dennoch betont der Konzern, dass das Angebot unverändert bleibt und alle geplanten Verbindungen bedient werden.
Ein geringer Geschwindigkeitsunterschied ist jedoch spürbar. Die Leih-Lokomotiven erreichen lediglich eine maximal Geschwindigkeit von 200 km/h, statt der vorgesehenen 230 km/h. Die daraus resultierenden verlängerten Fahrzeiten sind bereits im aktuellen Fahrplan berücksichtigt. Der ICE L, vom spanischen Hersteller Talgo, ähnelt optisch eher den IC-Fernzügen und besticht durch barrierefreie, stufenlose Einstiege; das „L“ steht hier für "Low floor".
Im Laufe des nächsten Jahres sollen die neuen Züge auf weiteren Strecken zum Einsatz kommen. Ab Mai sind Verbindungen zwischen Berlin, Hamburg und Westerland geplant, ab Juli folgen Verbindungen zwischen NRW und Westerland sowie zwischen NRW und dem Allgäu. Bis Jahresende erwartet die Deutsche Bahn die Auslieferung von vier Zügen, während im kommenden Jahr neun weitere folgen sollen. Die Bestellung bei Talgo umfasst insgesamt 79 der neuen Züge. Ursprünglich war die Auslieferung des ICE L für 2024 vorgesehen.

