Lokführerengpass überwunden: Bahnunternehmen in NRW kehren zum regulären Fahrplan zurück
Die Bahnkunden in Nordrhein-Westfalen können aufatmen: Nach einer Phase massiver Fahrplanreduzierungen, bedingt durch akuten Lokführermangel, normalisiert sich der Betrieb bei S-Bahnen und Regionalzügen erneut. National Express, der zweitgrößte Bahnanbieter in NRW, erweitert sein Zugangebot auf wichtigen Strecken erheblich. Auch die Eurobahn, als drittgrößter Anbieter, hat ihre Taktung auf mehreren Linien wieder stark erhöht.
Der zurückliegende Lokführermangel hatte im Vorjahr zu einer beispiellosen Unpünktlichkeit und Zuverlässigkeitskrise geführt, woraufhin Verkehrsverbände gezwungen waren, den Fahrplan zu kürzen und mehrere Zugverbindungen vorübergehend zu streichen. Doch aktuelle Investitionen in Personalgewinnung und verbesserte Ausbildungsmaßnahmen zeigten nun Wirkung, wie Michael Hetzer, Geschäftsführer von National Express, bestätigte. Besonders abends und an Wochenenden könne man nun wieder deutlich häufiger Züge einsetzen.
Neben Neueinstellungen wurden auch bestehende Lokführer für zusätzliche Strecken qualifiziert, um flexibel auf Streckensperrungen reagieren zu können. Dies soll das System wieder verlässlich in Betrieb nehmen, so Hetzer weiter. National Express kehrt auf den Linien RE 4, RE 6, RE 7, RE 11 und RB 48 teils oder vollständig zu den regulären Angeboten zurück.
Die Eurobahn verkündete ebenso positive Entwicklungen. Das Zugangebot auf den wichtigen Nord-Süd-Verbindungen zwischen Münster, Bielefeld und Paderborn wurde bereits wieder auf den Regelfahrplan umgestellt. Auch der RE 3 Richtung Duisburg erfährt eine stufenweise Intensivierung des Angebots. Weitere Normalisierungen sind für den Maas-Wupper-Express und andere Linien ab Mitte September und Oktober geplant. Anne Mathieu von der Eurobahn betont, dass die getroffenen Maßnahmen zur Personalrekrutierung erfolgreich seien und alle Linien bald wieder vollumfänglich bedienen sollen.
Auch bei DB Regio wurden entscheidende Schritte unternommen. Die Kapazitäten zur Lokführerausbildung wurden verdoppelt, was Fahrplan-Kürzungen fast gänzlich vermieden hat. Ein stabilerer Bahnbetrieb bleibt oberste Prämisse, um die Kundenzufriedenheit zu sichern und neue Fahrgäste zu gewinnen.
Zum Jahreswechsel hoffen alle großen Bahnträger in NRW auf ein Ende der reduzierten Fahrpläne. Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit des Angebots stehen dabei an erster Stelle, um kurzfristige Zugausfälle zu vermeiden, so der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

