Litauen und Polen intensivieren militärische Zusammenarbeit im Zeichen der Bedrohung durch Russland
Nach einem Treffen des litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda und seines polnischen Amtskollegen Andrzej Duda in Vilnius haben beide Länder ihre Absicht bekundet, die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich weiter auszubauen. Das Ziel besteht darin, die militärische Kooperation zu stärken, gemeinsame Übungen abzuhalten, nach zusätzlichen Formen der gemeinsamen Ausbildung der Streitkräfte zu suchen und die militärische Mobilität zu erhöhen.
Die Gründe für diese verstärkte Zusammenarbeit liegen vor allem in der besorgniserregenden Situation im Osten. Litauen und Polen grenzen an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an den engen Verbündeten Russlands, Belarus. Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine befürchten die beiden Nachbarländer eine Ausweitung des Konflikts. Besonders alarmierend ist die sogenannte Suwalki-Lücke - ein schmaler Landkorridor, der zwischen den beiden EU- und NATO-Staaten verläuft. Durch die Einnahme dieser strategisch wichtigen Region könnte Russland das Baltikum vom übrigen NATO-Gebiet abschneiden.
Präsident Duda betonte während des Treffens, dass der Suwalki-Korridor besondere Aufmerksamkeit, Überwachung und Konzentration erfordere. Es ist genau dieser sensible Punkt, der nun verstärkte Anstrengungen in der Verteidigungszusammenarbeit zwischen Litauen und Polen erfordert. (eulerpool-AFX)

