Litauen fordert Antworten: Drohnenfund sorgt für diplomatische Anspannung
In Litauen sorgt der Fund eines unbemannten Flugobjekts auf dem Truppenübungsplatz Gaiziunai in der Nähe von Jonava für erhebliche sicherheitspolitische Turbulenzen. Die Drohne, die möglicherweise aus Belarus gestartet ist, wurde nach intensiver Suche von den litauischen Streitkräften entdeckt. Der vermutete Drohnentyp, bekannt als Gerbera, zeigt äußerliche Parallelen zu den Shahed-Kampfdrohnen, die Russland im Krieg gegen die Ukraine einsetzt. Ob das Fluggerät Sprengstoff oder Treibstoff an Bord hatte, ist derzeit Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Ausgelöst wurde die Suche durch Bürgermeldungen über das Flugobjekt, das zuletzt in der Nähe der litauischen Hauptstadt Vilnius gesichtet worden war. Nach Informationen der Armee könnte die Drohne von der ukrainischen Luftabwehr abgelenkt worden sein. Armeevertreter erklärten, dass in der betroffenen Region keine Radarsysteme installiert seien, was es der Drohne wahrscheinlich erleichterte, bis zum Absturz unbemerkt zu bleiben.
Die Regierung in Vilnius hat als Reaktion auf den Vorfall eine Protestnote an die belarussische Führung in Minsk gesendet mit der Forderung nach einer Erklärung. Zudem wurden zusätzliche Truppen und Luftabwehrsysteme nahe der Grenze zu Belarus stationiert. Hintergrund ist die Sorge vor wiederholten Luftraumverletzungen; seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind Vorfälle mit Drohnen in den baltischen Staaten häufiger geworden, was die Besorgnis in der Region über die geopolitische Stabilität verstärkt.

