Listerien-Skandal bei Boar's Head: Neun Todesfälle und umfangreicher Rückruf von Fleischprodukten
Die Entdeckung alarmierender Hygieneprobleme in einer Fleischverarbeitungsanlage von Boar's Head in Virginia hat zu einem massiven Rückruf von mehr als sieben Millionen Pfund Fleisch geführt und wird mit neun Todesfällen durch Listeriose in Verbindung gebracht. Bundesinspektoren für Lebensmittel dokumentierten in der Anlage schwarzen Schimmel, Wasser, das über Fleisch tropft, und tote Fliegen. Trotz der strengen Vorschriften des US-Landwirtschaftsministeriums (U.S.D.A.), die regelmäßige Tests und sofortige Rückrufe bei Listerienbefall vorschreiben, wurde der Rückruf anscheinend nicht von den Inspektoren ausgelöst. Der Alarm wurde ertönt, nachdem Patienten wie Günter Morgenstein, ein bekannter Friseur in der Küstenregion Virginias, schwer erkrankten. Morgenstein, bekannt als Garshon, litt im Krankenhaus, während seine Familie verzweifelt versuchte, seine letzte Nahrungsaufnahme zurückzuverfolgen. Ein Krankheitsdetektiv in Maryland vermutete Leberwurst als gemeinsamen Nenner bei den überwiegend älteren Patienten. Diese Vermutung wurde durch die Genomsequenzierung bestätigt, die die Bakterienstämme der Patienten mit der von Boar's Head gekauften Leberwurst in Verbindung brachte, was schließlich den Rückruf von 3.500 Tonnen Fleisch auslöste. Gleichzeitig dokumentierten U.S.D.A.-Inspektoren weiterhin hygienische Missstände in der Fabrik in Jarratt, Virginia. Zwischen Juni 2023 und August dieses Jahres verzeichneten sie insgesamt 84 Probleme in der Anlage. In den über 80 Seiten umfassenden Inspektionsberichten, die von der Behörde veröffentlicht wurden, war jedoch kein Hinweis auf Listerien zu finden.

