Leichtes Exportplus trotz Zollstreit: Deutsche Wirtschaft navigiert durch unruhige Gewässer
Deutschlands Exporteure konnten das erste Halbjahr, trotz der von Zollstreitigkeiten mit den USA geprägten Herausforderungen, mit einem leichten Zuwachs abschließen. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden Waren "Made in Germany" im Gesamtwert von 785,6 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Dies stellt ein Wachstum von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar, wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Allerdings mussten deutsche Hersteller auf besonders wichtigen Märkten wie den USA und China erhebliche Einbußen hinnehmen. Die Exporte in die Vereinigten Staaten sanken um 3,1 Prozent, während die Ausfuhren nach China um deutliche 13,5 Prozent zurückgingen. Der Protektionismus der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, der durch erhöhte Zölle die heimische Wirtschaft stärken will, erweist sich als belastendes Hindernis für Deutschlands exportorientierte Wirtschaft. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, prognostiziert eine anhaltende Schwäche des US-Geschäfts und rechnet mit einem Rückgang der preisbereinigten Exporte in die USA um 20 bis 25 Prozent in den nächsten zwei Jahren. Im Juni dieses Jahres gingen die meisten deutschen Exporte zwar primär in die USA, jedoch sank der Warenwert im Vergleich zum Mai um 2,1 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Dies markiert den dritten Rückgang in Folge und registriert den niedrigsten Stand seit Februar 2022 mit damals 11,2 Milliarden Euro. Im Juni insgesamt stiegen die Exporte der deutschen Produktion ins Ausland auf einen Gesamtwert von 130,5 Milliarden Euro, was eine Zunahme von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat und 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Gleichzeitig verzeichneten die Importe nach Deutschland einen noch deutlicheren Anstieg auf 115,6 Milliarden Euro.

