Lebenslange Haft für Anschlagsplaner: Russlands Justiz zieht Konsequenzen
Inmitten internationaler Spannungen hat die russische Staatsanwaltschaft harte Maßnahmen gegen acht Angeklagte im Fall des Sprengstoffanschlags vom Oktober 2022 auf die Brücke zur Krim gefordert. Die Brücke, die seit der Annexion 2014 eine strategische Nachschubroute für die russischen Streitkräfte darstellt, fiel Ziel eines Attentats, das der ukrainische Geheimdienst SBU organisiert haben soll, um die militärische Versorgung Russlands zu behindern. Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe gegen die Angeklagten geben sie hartnäckig ihre Unschuld zu Protokoll.
Vor dem Militärgericht in Rostow am Don bestreiten die Beschuldigten jegliche Schuld. Ein Spediteur, der bald nach dem Anschlag inhaftiert wurde, hatte sich laut seiner eigenen Aussage freiwillig den Behörden gestellt, um bei der Klärung zu unterstützen. Seine Frau berichtete den russischen Medien, er sei sich sicher gewesen, lediglich zivile Güter transportiert zu haben. Die Verteidigung beteuert, ihre Mandanten seien Opfer unglücklicher Umstände und zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.
Der Anschlag wurde durch geschickt geschmuggelten Sprengstoff ausgeführt, der als Folienware getarnt in Russland eingeführt und in einem Lastkraftwagen deponiert wurde. Die darauf folgende Explosion führte zu fünf Todesopfern, darunter der Fahrer und vier Personen in einem Pkw auf der Nachbarspur. Ein Brückensegment fiel den Flammen zum Opfer, was für Monate den Verkehr einschränkte. In einem scharf formulierten Statement hatte Präsident Wladimir Putin Vergeltung geschworen.
Ein Wiederholungsschlag im Jahr 2023 war ebenfalls zerstörerisch, doch trotz fortgesetzter Schäden gelang es der Ukraine nicht, die Brücke gänzlich in die Knie zu zwingen. SBU-Leiter Wassyl Maljuk bemerkte, dass die meisten Angeklagten unbewusst in die Ereignisse involviert waren.

