Lang ersehnter Aufschwung in Sicht: Deutsche Industrie auf Erholungskurs
Die deutsche Industrie zeigt deutliche Anzeichen einer Erholung nach Jahren der Turbulenzen. Im November verzeichnete die Produktion in den Bereichen Industrie, Bau und Energieversorger zum dritten Mal in Folge einen unerwarteten Anstieg. Besonders stark präsentierte sich dabei der Automobilsektor, während der exportorientierte Handel mit den USA weiterhin schwächelt. Ökonomen sehen jedoch Hoffnung am Horizont und erwarten für das kommende Jahr eine positive wirtschaftliche Entwicklung.
Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg merkt an, dass die jüngsten Veränderungen einen Aufwärtstrend in der Industriekonjunktur signalisieren. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank in Liechtenstein, prognostiziert ein deutliches Wirtschaftswachstum in Deutschland bis Ende 2025. Er geht davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft erholen wird, sofern die Auftragslage stabil bleibt und die Exporte zunehmen.
In der Industrieproduktion, die im November um 2,1 Prozent zulegte, spielten neben der starken Automobilbranche auch der Maschinenbau eine entscheidende Rolle. Energieerzeugung und Bau hingegen verzeichneten leichte Rückgänge. Das Wachstum der Industrieproduktion insgesamt überraschte Experten, die ursprünglich von einem Rückgang ausgegangen waren. Die Exportwirtschaft hingegen sieht sich Herausforderungen gegenüber, insbesondere durch einen Rückgang der Exporte um 2,5 Prozent auf 128 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in die USA waren angesichts der von Präsident Trump verhängten Zölle besonders stark rückläufig.
Marc Schattenberg von der Deutschen Bank weist darauf hin, dass die Probleme im Handel mit den USA die einst starke deutsche Exportwirtschaft belasten. Volker Treier vom DIHK sieht in der Handelsbeziehung zur USA nach wie vor eine Herausforderung, auch wenn sich die Handelsbeziehungen zu China verbessern. Die gestiegenen Importe und die höhere Industrieproduktion sind für Treier jedoch positive Anzeichen für eine Stabilisierung.
Laut Nils Jannsen vom Kiel Institut für Weltwirtschaft bleibt die Industrieproduktion unter dem Niveau von 2018, obwohl Ausgaben in die Rüstungs- und Infrastrukturprojekte neuen Schwung bringen könnten. Carsten Brzeski von der ING Bank sieht in der industriellen Wende und den Konjunkturmaßnahmen die Aussicht auf wirtschaftliches Wachstum, trotz der gedämpften Exportzahlen und des schwachen privaten Konsums.

