Lack- und Druckfarbenindustrie in Deutschland: Rückgang trotz Hoffnungsschimmer

Die deutsche Lack- und Druckfarbenindustrie steht unter Druck: 2025 verzeichnete die Branche einen Rückgang der Verkaufsmenge um 2,8 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen. Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) weist darauf hin, dass die Branchenkrise insbesondere durch die schwächelnde Konjunktur in Schlüsselindustrien wie der Druck- und Autobranche sowie im Wohnungsbau verstärkt wird.
Betroffen ist vor allem der Bereich der Industrielacke, in dem die Automobilindustrie als bedeutendster Abnehmer massive Einbrüche verzeichnet. Ebenso schwächelt das Segment der Möbel- und Reparaturlacke, da Verbraucher in Zeiten der Konsumzurückhaltung vermehrt auf Renovierungen verzichten. Im Bausektor zeigt sich ein ähnliches Bild: Der schwache Wohnungsbau führt zu einem Nachfragerückgang bei Bautenfarben und Putzen.
Hohe Baukosten zögern sowohl private Haushalte als auch professionelle Bauherren, notwendige Investitionen zu tätigen. Zusätzlich sieht sich die Druckfarbenindustrie mit rückläufigem Geschäft konfrontiert. Finanziell bedeutete dies für die Branche einen Inlandumsatzrückgang um 1,2 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, während Exporte einen leichten Anstieg auf 3,7 Milliarden Euro verzeichneten.
VdL-Präsident Harald Borgholte sieht dennoch Potenzial durch staatliche Impulse im Wohnungsbau sowie moderate Wachstumsprognosen für das Exportgeschäft in 2026.

