KVP vs. Six Sigma
Frankfurt am Main, 10.02.2025 (PresseBox) - Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in Unternehmen tritt mehrheitlich in den Hintergrund, sobald hochqualifizierte Spezialisten dem Unternehmen, häufigSix SigmaGreen Belts oderSix SigmaBlack Belts, zur Verfügung stehen. Finden diese Firmen sich in der Situation wieder, Lösungsansätze für ein akutesProblemzu bestimmen, so wird häufig unabhängig von der Komplexität des ProblemsSix Sigmaeingesetzt. Schließlich befinden sich ja teuer ausgebildete Spezialisten in den eigenen Reihen, die einem neuenSix SigmaProjekt nicht ablehnend gegenüber stehen. In den meisten Fällen führen diese Bemühungen zu guten Resultaten, aber häufig mit einem enormen Aufwand in der Projektumsetzung. Bei einer genauen Analyse dieser Projekte zeigt sich häufig, dass der Aufwand für die Umsetzung der Verbesserung alsSix SigmaProjekt nicht gerechtfertigt war. Sondern, dass vergleichbare Ergebnisse auch über den Einsatz einfacherKVPMethodenerzielt worden wären. Beispielsweise über einen strukturieren Problemlösungsprozess.
KVP vs. Six Sigma
Doch worauf beruht diese Fehleinschätzung? Maßgeblich ist, dassSix Sigmaals Managementmethode isoliert betrachtet wird und die beiSix Sigmaangewendeten Problemlösungsmethoden ihre Grundlagen imKVP(kontinuierlichen Verbesserungsprozess) haben. Der Hauptunterschied vonSix Sigmazu anderenMethodenderUrsachenanalyseundProblemlösungwie sie z.B. imQualitätsmanagement, im Lean-Management oder dem bereits erwähntenKVPangewendet werden, liegt in der Fokussierung auf die Messbarkeit und der Verwendung stark statistisch geprägterMethoden.
Diese statistischenMethodenfinden sich so auch in keiner der anderen Disziplinen wieder und stellen die eigentliche Triebfeder vonSix Sigmazur Lösung von hochkomplexen Problemstellungen dar.Statistikbenötigt eine Fülle von Prozessdaten; nur wenn diese auch vorliegen oder der Aufwand um diese zu ermitteln einkalkuliert wird und auch notwendig ist, kannSix Sigmaseine eigentliche Kraft entfalten.KVPhingegen setzt meist einen bereits erahnten Lösungsansatz voraus und versucht diesen induktiv zurProblemlösungheranzuziehen.
Trotzdem kann man die Sachlage nicht zur einfachenBehauptungverallgemeinern,Six Sigmasei lediglich die Erweiterung desKVPmit ein paar zusätzlichen statistischenMethoden. Dafür sind die Unterschiede in den Einsatzgebieten und der Komplexität der Problemstellung doch zu groß.
KVP und Six Sigma im Zusammenspiel
Mit dieser Betrachtungsweise lässt sich festhalten, dass sowohlKVPals auchSix Sigmaihre Berechtigung haben. Gute Unternehmen schaffen es schon heuteKVPundSix Sigmaharmonisch miteinander zu verbinden und diese nicht in Konkurrenz zueinander zu stellen. Hat man im Unternehmen eine kompetente Führungskraft in diesem Bereich, die jeweilige Arbeitsbereiche fürSix SigmaundKVPExperten richtig zuweist, lässt sich ein hohes Verbesserungspotential durch beide Strategien verwirklichen. Man kann also sagen, dass wennSix Sigmaim Kontext anderer Managementmethoden, wie hierKVP, richtig angewandt wird, dieses zu weiteren großartigen Erfolgen führen kann. Ein Einstieg in Verbesserungssysteme ist jedoch einfacher und zielführender über die vielfältigen und auch alleinstehend tragbarenMethodendesKVPzu realisieren.
Somit ist aus der Überschrift dieses Beitrags „KVP vs. Six Sigma“ das gegeneinanderstellende „versus“ in ein differenziert kooperierendes „KVP mit Six Sigma“ umzudeuten.

