Kurz vor dem Schlusspunkt: Betrugsprozess um VW-Dieselaffäre endet
Der langjährige Betrugsprozess um die VW-Dieselaffäre nähert sich seinem Abschluss und könnte am Montag, dem 26. Mai, endgültig entschieden werden. Nachdem über 170 Prozesstage das Landgericht Braunschweig beschäftigten, stehen nun die Schlussworte der Angeklagten aus. Ob alle vier ehemaligen Manager und Ingenieure des Wolfsburger Autobauers diese Gelegenheit nutzen werden, bleibt abzuwarten.
Die bisherige Verhandlungsführung zeichnete sich durch konträre Perspektiven von Staatsanwaltschaft und Verteidigung aus. Während die Staatsanwaltschaft für die Angeklagten drei Haftstrafen und eine Bewährungsstrafe fordert, sieht die Verteidigung die Freisprüche sowie lediglich eine Verwarnung als angebracht an.
Der Prozess war von Beginn an von heftigen Auseinandersetzungen geprägt. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Beschuldigten die umstrittene Abschalteinrichtung vorgeschlagen haben sollen, oder ob sie lediglich davor gewarnt hatten. Ungeachtet dessen war die Enthüllung von "Dieselgate" im September 2015 ein Tiefschlag für Volkswagen, da das Unternehmen eingestand, Abgastests manipuliert zu haben, was zu erheblichen finanziellen Belastungen führte.
Besondere Brisanz erhält der Fall durch die Abwesenheit der damaligen VW-Führungsspitze. Die Angeklagten werfen der Staatsanwaltschaft vor, bei der Aufklärung entscheidende Figuren, insbesondere den ehemaligen Vorstandschef Martin Winterkorn, außen vor gelassen zu haben. Winterkorns Verfahren wurde aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt. Der Ausgang des aktuellen Verfahrens wird mit Spannung erwartet.

