Kurswechsel in Teheran: Irans Präsident räumt Fehler ein
Inmitten der politisch und wirtschaftlich angespannten Lage im Iran hat Präsident Massud Peseschkian anerkannt, dass Anpassungen in der Regierungsstrategie notwendig sind. Angesichts weitreichender Proteste im Land, gestand der Präsident, dass ein pragmatischerer Umgang mit den internen Herausforderungen und den Unruhen erforderlich sei. Er betonte dabei, dass es nicht ausreiche, allein ausländische Mächte als Ursache für die gegenwärtige Instabilität zu sehen, sondern dass auch die internen Schwachstellen adressiert werden müssen.
In einem deutlichen Signal des Wandels plädierte Peseschkian für die Aufnahme eines Dialogs mit der Justiz, um eine mögliche Freilassung einer Reihe der inhaftierten Demonstrierenden zu diskutieren. Die bisherigen Aussagen der iranischen Führung, die Proteste als Ergebnis ausländischer Einmischung darstellten und die Demonstrierenden pauschal als Terroristen einstuften, weichen damit einer neuen, moderateren Ausrichtung.
Die Proteste, die durch die ökonomische Krise und die sich verschlechternde Lebensqualität der Bevölkerung genährt wurden, haben die Regierung bewogen, Reformen zu versprechen. Jedoch zeigt sich bisher keine substanzielle Verbesserung, und die nationale Währung, der Rial, hat kürzlich ein Rekordtief erreicht. Analysten sind der Meinung, dass eine Lösung der Krise in weiter Ferne bleibt, solange der Iran an seiner kontroversen Atompolitik und seiner Außenpolitik festhält, wodurch das Land weiterhin internationalen Sanktionen ausgesetzt ist.

