Kursverluste an den US-Börsen: Zollpolitik belastet Märkte
An den New Yorker Börsen deuten sich aufgrund weitreichender Importzölle in den USA weitere Verluste an. Der Dow Jones Industrial wird vom Broker IG eine Stunde vor Handelsbeginn 0,7 Prozent niedriger bei 41.291 Punkten gesehen. Auch der Nasdaq 100 könnte mit einem Minus von 1,5 Prozent unter die bedeutende Schwelle von 19.000 Punkten rutschen.
Die jüngsten Kursverluste haben das Chartbild für die maßgeblichen Aktienindizes in den USA merklich getrübt, sämtliche notieren unterhalb wichtiger Trendindikatoren. Diese Entwicklung bleibt auch an den europäischen und asiatischen Märkten nicht folgenlos, die ebenfalls unter Druck stehen.
Im Gegensatz dazu setzt das als sicherer Hafen geltende Gold seine Rekordjagd fort und überschreitet an der Londoner Börse erstmals die Marke von 3.100 US-Dollar pro Feinunze. Diese Flucht in sichere Anlagen wird neben der US-Zollpolitik auch durch geopolitische Risiken befeuert, da die Waffenruhe in der Ukraine stockt und die Spannungen im Nahen Osten eskalieren.
Ökonom Ed Yardeni von Yardeni Research warnt vor den Konsequenzen der US-Zollbestimmungen, die das Vertrauen in die US-Wirtschaft untergraben hätten. Er sieht sowohl das Risiko einer Stagflation als auch die Gefahr eines weiteren Börsenrückgangs. Nicht nur Ökonomen, sondern auch Unternehmenschefs, Verbraucher und Anleger sind besorgt.
US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass die zusätzliche Zollpolitik sämtliche Staaten betreffen werde. Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett erwähnte, die Regierung plane, sich auf 10 bis 15 Länder mit den größten Handelsungleichgewichten zu konzentrieren.
Für Mittwoch werden zusätzliche 25 Prozent Zölle auf Autoimporte erwartet. Besonders betroffen sind die sogenannten "Glorreichen Sieben" der US-Technologiebranche – Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla –, deren Aktien voraussichtlich weiter unter Druck stehen.
Ähnliches Schicksal ereilt Lululemon, deren Anteilsscheine vorbörslich im Minus sind, nachdem sie letzte Woche aufgrund eines schwachen Ausblicks stark gefallen waren. Auch Wolfspeed sieht weiterhin Verluste entgegen, nachdem die Aktien ohne ersichtlichen Grund massiv an Wert verloren hatten.

