Kursgewinne des Euro: Stabilisierung in unsicheren Zeiten
Der Euro konnte seine jüngsten Kursgewinne gegenüber dem US-Dollar auch im New Yorker Handel aufrechterhalten. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1880 Dollar, nachdem sie am Nachmittag kurzzeitig die Marke von 1,19 Dollar überschritten hatte. Damit rückte das Jahreshoch in greifbare Nähe.
Die Europäische Zentralbank hatte zuvor einen Referenzkurs von 1,1836 Dollar festgelegt, verglichen mit 1,1742 Dollar am Freitag. Demnach kostete der Dollar 0,8448 Euro, eine leichte Anpassung gegenüber dem vorherigen Kurs.
Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin der Commerzbank, warnt vor den Risiken, die mit der unberechenbaren Politik der US-Regierung einhergehen. Besonders die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed steht im Fokus. Die Analystin sieht die Gefahr einer massiven und unkontrollierten Abwertung des US-Dollars. Diese könnte selbst bei einer politischen Korrektur nur schwer zu stabilisieren sein. Das Risiko einer nachhaltigen Abwertung der US-Währung bleibt bestehen.
Die Entspannung im Zollkonflikt zwischen den USA und mehreren EU-Staaten konnte den Dollar nur kurz stärken, obwohl US-Präsident Donald Trump zuletzt Anzeichen der Deeskalation setzte. Nguyen betont, dass ohne eine spürbare Verbesserung der internationalen Beziehungen die Wechselkursbewegungen gefährlich dynamisch werden könnten.
Währenddessen blieben schwache Konjunkturdaten aus Deutschland im Hintergrund. Das Geschäftsklima, erhoben vom Ifo-Institut, zeigt keine Erholung. Ifo-Chef Clemens Fuest kommentierte, dass die deutsche Wirtschaft mit wenig Schwung ins neue Jahr startet, obwohl Ökonomen auf eine Besserung gehofft hatten.

