Kürzere Transportdistanzen: Wandel im US-Transportmarkt
Der nationale durchschnittliche Transportentfernungsindex in den USA hat 2025 einen historischen Tiefstand erreicht, da der LKW-Transportmarkt erheblichen Boden an die intermodale Fracht verloren hat. Diese Entwicklung könnte größere Veränderungen in den Strategien der Lieferketten widerspiegeln.
Nachdem der Index im August bei etwa 522 Meilen seinen Tiefpunkt gefunden hatte, stieg er inzwischen wieder auf über 571 Meilen an. Es bleibt abzuwarten, ob der Markt für LKW-Transporte wieder Marktanteile bei den Langstreckentransporten gewinnt oder ob es sich lediglich um eine saisonale Schwankung handelt.
Die Daten von SONAR zeigen, dass die durchschnittliche Transportdistanz im LKW-Markt kürzlich um etwa 8% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, was eine moderate Erholung gegenüber dem 13%-igen Rückgang im August darstellt. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist der dramatische Rückgang der Nachfrage nach Langstreckentransporten.
Die Aufteilung der Transportdaten in Kilometerbereiche verdeutlicht, dass der Langstreckensektor (mehr als 800 Meilen) am meisten eingebüßt hat. Der 'Tweener'-Bereich mit 450 bis 800 Meilen folgt dicht dahinter. Interessanterweise zeigt nur der Bereich der kürzesten Transporte (unter 100 Meilen) ein Wachstum im Jahresvergleich. Kurzstreckentransporte sind typischerweise mit der Fertigung und der innerbetrieblichen Lagerbewegung verbunden, während Langstreckentransporte mit Containertransporten konkurrieren.
Viele Abschlüsse legen nun Vorräte früher als gewöhnlich in den USA an, um Störungen oder plötzlichen Zolltarifen zu entgehen. Dies hat die Lager- und Bestandskosten zwar erhöht, bietet jedoch mehr Flexibilität. Logistikdaten deuten auf stark steigende Lager- und Bestandskosten hin, wobei steigende Bestände den Spediteuren ermöglichen, ihre Transportbedarfe besser zu verteilen und die Frachtkosten somit zu senken.
Die Schiene bleibt gegenüber dem LKW-Transport zwar kostengünstiger, erfordert jedoch längere Transportzeiten und ist anfällig für Engpässe. Während der Pandemie führten diese Engpässe zu einem Rückgang der Schienenleistung, was wiederum den LKW-Markt beeinflusste. Mit gepufferten Beständen ist die Dringlichkeit innerstaatlicher Transporte in diesem Jahr gesunken, und die Nachfrage in vielen Sektoren bleibt stabil bis rückläufig.
Ein kürzlicher Anstieg des Langstreckenfrachtvolumens scheint saisonal bedingt zu sein, könnte jedoch im vierten Quartal Auswirkungen haben, wenn Einzelhändler ihre Aktivitäten hochfahren. Ein 800-Meilen-Transport bindet für rund zwei Tage Kapazitäten im LKW-Bereich, gegenüber einem Vierteltag für Transporte unter 100 Meilen. Sollte das Langstreckenvolumen, auch nur vorübergehend, wieder ansteigen, könnten die Spotraten rasch anziehen und die Anfälligkeiten des LKW-Marktes verdeutlichen.

