Künstliche Intelligenz: Zwischen Kreativität und Konformität

Die Erwartungen an die Kreativität künstlicher Intelligenz (KI) haben einen Dämpfer erhalten. Eine in der Fachzeitschrift 'Patterns' veröffentlichte Studie zeigt, dass Sprach- und Bild-KI-Modelle zu stereotypischen Ergebnissen neigen und sich oft von den ursprünglichen Vorgaben entfernen. In einem Experiment von Forschern der Universität Dalarna und der Michigan State University wurden KI-Modelle wiederholt dazu veranlasst, von Text- zu Bild-Generierungen überzugehen und umgekehrt.
Dabei zeigte sich, dass die Modelle nach rund 100 Iterationen immer ähnliche Themen favorisierten. Klassische Motive wie gotische Kathedralen oder Leuchttürme bestimmten die finalen Bilder, obwohl die Prompts vielfältig und unterschiedlich waren. Die KI schien sich also an Standards zu orientieren, die eher generisch als innovativ wirken.
Studienleiter Arend Hintze betont, dass die künstlerische Schöpfungskraft der KI momentan eingeschränkt sei, da die Modelle auf menschlichen Fotografien fußen. Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft: Mit gezielter Anleitung könnte die KI ihr kreatives Potenzial voll ausschöpfen und überraschende Kunstwerke hervorbringen.

