Künstliche Intelligenz revolutioniert Straßenerhaltung: Kommunen setzen auf Technologie aus Stuttgart
Die Optimierung der Straßenerhaltung erlebt einen technologischen Schub durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums dient diese innovative Technologie dazu, aufwendige manuelle Begutachtungen von Schlaglöchern und Rissen im Asphalt zu unterstützen oder gar zu ersetzen. Die automatisierte Analyse von Bild- und Sensordaten steht im Mittelpunkt dieser Entwicklung.
Unter einem speziellen Förderprogramm wird derzeit deutschlandweit in 13 Projekten der Einsatz von KI zur Straßenzustandserhebung getestet. Besonders hervorzuheben ist das Stuttgarter Start-up Vialytics, dessen Technologie in über 500 Kommunen in Deutschland, Frankreich und den USA Anwendung findet. Abgesehen von den Stadtstaaten ist die KI-Technik inzwischen in allen deutschen Bundesländern präsent und wird in Fahrzeugen des Ordnungsamts und Bauhofs zur Bilderfassung genutzt.
Aktuelle Studien zeigen, dass ein Drittel der Straßen in Städten und Gemeinden erhebliche Mängel aufweist, wobei jeder zehnte Kilometer in besonders schlechtem Zustand ist. Eine Analyse des Deutschen Instituts für Urbanistik prognostiziert, dass bis 2030 große Teile der Verkehrsinfrastruktur ihre Nutzungsdauer erreichen und ersetzt werden müssen, was einen Investitionsbedarf von rund 283 Milliarden Euro nach sich ziehen wird.
Johannes Ludwig, Geschäftsführer der Firma Eagle Eye, erläutert, dass ein hoher Anteil des kommunalen Vermögens in der Infrastruktur gebunden ist und warnt, dass verpasste Eingriffe hohe Kosten verursachen können. Auch Eagle Eye setzt auf mobile Erfassungsgeräte und betreut deutschlandweit rund 600 Kunden.
Der Bürgermeister von Barleben, Frank Nase, betont die Vorteile der neuen KI-Technologie, die kostengünstig und benutzerfreundlich frühe Erkennung oberflächlicher Straßenschäden ermöglicht. Doch obwohl die KI-Systeme umfassende und objektive Daten bieten, gibt es auch Einschränkungen: Die Technologie hat Schwierigkeiten mit Pflastersteinen wie sie in Barleben vorkommen und kann keine Schäden unter der Oberfläche identifizieren.

