Künstliche Intelligenz: Chance oder Bedrohung?
Die Allianz stuft Künstliche Intelligenz (KI) als eines der größten Geschäftsrisiken für Unternehmen weltweit ein. Im aktuellen 'Risikobarometer' des Unternehmensversicherers Allianz Commercial ist KI von Platz zehn auf Platz zwei gerückt, direkt hinter Cyberkriminalität, dem langjährigen Spitzenreiter. Diese beiden Risiken sind eng miteinander verknüpft: Hacker nutzen zunehmend KI, um gezielte Angriffe durchzuführen, aber auch ein unabsichtlicher Einsatz von KI kann problematisch sein. Fehlinformationen könnten zu folgenschweren Fehlentscheidungen in Unternehmen führen.
Zusammen mit Cyberangriffen zählen auch Betriebsunterbrechungen zu den Top-Risiken. Diese werden häufig durch Online-Erpressungen verursacht, bei denen die IT-Systeme eines Unternehmens verschlüsselt und für die Freigabe hohe Summen gefordert werden. Allianz Commercial, eine Tochter des Münchner DAX-Konzerns, erstellt das 'Risikobarometer' jährlich auf Basis von Befragungen unter über 3.300 Fachleuten aus 97 Ländern. Unterschiede in der Einschätzung gibt es durchaus: Während KI-Risiken in Deutschland auf Platz vier landen, erreichen sie in Österreich sogar Rang eins.
Die KI wird oft als zweischneidiges Schwert betrachtet. Michael Furtscheller, Geschäftsführer für Deutschland und die Schweiz, beschreibt sie als sowohl Fluch als auch Segen. Einerseits ermöglicht sie die effiziente Abwehr von Cyberangriffen, andererseits nutzen Cyberkriminelle KI für raffinierte Täuschungen, wie 'Social Engineering', um Mitarbeitende gezielt zu manipulieren. Michael Daum, Leiter der Cyberschadenbearbeitung bei Allianz, betont, dass trotz KI das Zutun eines Mitarbeiters oft erforderlich ist, um solche Angriffe zu ermöglichen.
Abgesehen von externen Bedrohungen, warnt Allianz-Managerin Alexandra Braun, birgt auch die legale Nutzung von KI durch eigene Mitarbeitende Risiken. Die Technologie kann falsche oder frei erfundene Ergebnisse liefern. Solche Fehler könnten zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten und einem Rufschaden für Unternehmen führen. Hinzu kommen potenzielle Urheberrechtsverletzungen, wenn KI-Software geschützte Informationen unrechtmäßig nutzt.
Die Liste der größten globalen Geschäftsrisiken umfasst darüber hinaus politische und wirtschaftliche Unsicherheiten sowie Naturkatastrophen. Gesetzgebungen und Regulierungen, insbesondere im Handel, stehen an vierter Stelle der Liste, gefolgt von Naturkatastrophen, Klimawandel, politischer Instabilität und negativen volkswirtschaftlichen Entwicklungen. Abschließend auf Platz zehn steht die Unsicherheit über zukünftige Marktentwicklungen.

