Künstliche Intelligenz als Rettungsanker für die Finanzaufsicht?
Andrew Bailey, der derzeitige Gouverneur der Bank of England, setzt auf den technologischen Fortschritt, um die Finanzaufsicht effizienter zu gestalten. In einer von der London School of Economics veranstalteten Diskussion betonte Bailey die Notwendigkeit einer intensiven Investition in Daten und datengestützte Technologien. Die immense Datenmenge, die Zentralbanken und andere Regulierungsbehörden sammeln, wird seiner Ansicht nach noch nicht optimal genutzt.
Bailey unterstrich die dringende Notwendigkeit, vorhandene Daten besser zu analysieren, um mögliche Probleme in den beaufsichtigten Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Er warnte davor, dass das versäumte Nutzen dieser Daten im Nachhinein schwerwiegende Konsequenzen haben könnte, wenn sich herausstellen sollte, dass die Beweise zur Problemvermeidung zwar vorhanden, aber nicht erkannt wurden.
Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen verteidigte Bailey die bestehenden Regulierungen des Bankensektors, die derzeit von der Bank of England überwacht werden. Er sprach sich entschieden gegen Forderungen nach einem Abbau der Regulierungen aus, da dies zu riskanten Verhalten im Finanzsektor führen könnte, das die gesamte Wirtschaft gefährden würde. Bereits im Juli hatte er sich gegen die Ansichten von Finanzministerin Rachel Reeves gestellt, die die Regulierung als "Klotz am Bein der Unternehmen" bezeichnet hatte.

