Kryptowelt im Aufruhr: Do Kwon zu 15 Jahren Haft verurteilt
Die Verurteilung des Digitalwährungs-Pioniers Do Kwon zu einer 15-jährigen Haftstrafe sorgt für Erschütterung in der Kryptowelt. Mit der Urteilsverkündung übertraf Richter Paul Engelmayer die Forderung der Staatsanwaltschaft und bezeichnete den Betrug als "episch". Dieser Schuldspruch folgt auf den spektakulären Zusammenbruch des Terra-Luna-Systems im Mai 2022, bei dem Investoren große Verluste hinnehmen mussten.
Kwon, der mit 34 Jahren bereits Unternehmererfahrung in Singapur mit den Kryptowährungen Terra und Luna gesammelt hatte, räumte im Prozess ein, finanzielle Probleme seiner Firma Terraform Labs verschleiert zu haben. Trotz wiederholter Versicherung der Sicherheit des Systems sahen sich zahlreiche Anleger, darunter auch viele aus den USA, geschädigt und leer ausgegangen. Dieser Zusammenbruch löste Kettenreaktionen im Kryptomarkt aus und trug laut Anklage indirekt zum Fall der Kryptowährungsbörse FTX bei, deren Gründer Sam Bankman-Fried eine Haftstrafe von 25 Jahren absitzt.
Ein weiteres Kapitel in Kwons Geschichte ergab sich durch seine Festnahme in Montenegro im März 2023. Bei dem Versuch, mit gefälschten Pässen nach Dubai zu entkommen, wurden er und sein Geschäftspartner Hon Chand Yun geschnappt. Nach einem transnationalen juristischen Tauziehen wurde Kwon schließlich 2024 in die USA überstellt, wo ihm nun seine gerechte Strafe auferlegt wurde. Auch in Südkorea kämpfen Staatsanwälte um eine Anklage gegen ihn wegen Betrug.
Interessanterweise zeichnete sich ein politisches Highlight ab, als der damalige Präsident Donald Trump, bekannt für seine freundliche Haltung gegenüber Kryptowährungen, eine Begnadigung für den zuvor wegen Geldwäsche verurteilten Changpeng Zhao aussprach. Der Binance-Gründer hat seine viermonatige Haftstrafe zwar bereits abgesessen, profitiert jedoch nun von einer nachträglichen Begnadigung, die ihm eine Rückkehr in die Kryptoindustrie ermöglichen könnte.

