Kritische Noten für die Bundesregierung: Wirtschaft missbilligt Politik der großen Koalition
Die Resonanz der deutschen Wirtschaft auf die politische Arbeit der Bundesregierung unter der großen Koalition aus Union und SPD fällt enttäuschend aus. Laut einer Sonderumfrage des renommierten Ifo-Instituts zeigen sich die befragten Unternehmen mit der aktuellen Regierungsleistung weitgehend unzufrieden. In der Studie, die von über 6.300 Unternehmen bewertet wurde, erhielt die Koalition eine durchschnittliche Schulnote von 4,2. Besonders die Sozial- und Rentenpolitik wird mit einem deutlichen Missfallen betrachtet, denn dieser Bereich steht mit der niedrigsten Durchschnittsnote von 4,6 am Pranger.
Diese kritische Gesamtbewertung spiegelt sich auch in anderen essenziellen Politikfeldern wider. Wie Klaus Wohlrabe, Umfragechef des Ifo-Instituts, festhält, fehlt es den Unternehmen an sichtbaren Fortschritten im wirtschaftspolitischen Spektrum. Somit bleibt die Bewertung der Koalition in den Bereichen Arbeitsmarkt, Industrie sowie Energie- und Klimapolitik mit Noten um die 4,1 bis 4,2 im unvorteilhaften Bereich. Finanz-, Infrastruktur- und Digitalisierungspolitik schneiden marginal besser ab, mit einer Bewertung von 4,0.
Interessanterweise ergibt die Untersuchung kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen, indem alle Sektoren eine konsistent kritische Haltung beibehalten. Dies lässt darauf schließen, dass die Unzufriedenheit sich über die verschiedenen wirtschaftspolitischen Felder hinwegzieht, ohne dass ein spezifischer Bereich als besonderer Ausreißer hervorsticht.
Besonders belastend für die Unternehmen sind Bürokratie und Regulierung, ein Bereich, der dringend reformiert werden sollte. So gaben 40,4 Prozent der Teilnehmer an, dass ein Abbau der Bürokratie Priorität habe. Eng damit verknüpft sind Steuer- und Abgabenreformen, die mit 37,1 Prozent an der Spitze der Wünsche der Wirtschaft stehen. Hierbei betonen die Antworten sowohl die Notwendigkeit von Steuersenkungen als auch die Vereinfachung des bestehenden Steuersystems.

