Krisenmanagement in der Kritik: Kai Wegner unter Druck nach Tennis-Eklat
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Nach dem Eingeständnis von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner, während des massiven Stromausfalls im Berliner Südwesten Tennis gespielt zu haben, hat sich ein Sturm der Empörung entfacht. Zehntausende Berlinerinnen und Berliner standen im Dunkeln, als der CDU-Politiker wenige Stunden nach Beginn der Krise seinem persönlichen Ausgleich auf dem Tennisplatz nachging. Begleitet wurde er dabei von niemand Geringerem als seiner Lebensgefährtin und Kollegin im Senat, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch.
Zur Verteidigung führte Wegner an, jederzeit erreichbar gewesen zu sein und sich sofort nach dem Tennismatch wieder der Krisenbewältigung gewidmet zu haben. Dennoch fordern nun Politiker aus verschiedenen Parteien, darunter die AfD und FDP, seinen Rücktritt. Auch die Linke, die Grünen und SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach fordern eine entschlossenere und nahbare Führung in Krisenzeiten.
Der Vorfall fällt in eine ohnehin angespannte Stimmung, da Wegners Krisenmanagement bereits vorher skeptisch betrachtet wurde. Kritiker monieren, dass er erst am Sonntag in den betroffenen Gebieten präsent war, was er mit Kommunikationsproblemen begründete. Die politische Opposition sieht darin einen Versäumnis, den die Regierung als Steilvorlage im bevorstehenden Wahlkampf auszuschlachten gedenkt. Die Diskussionen um Wegners Führungsstil reichten bis in die höchsten politischen Kreise, während Berlins Bevölkerung sich gerade vom größten Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte erholt.
Klar ist: Der CDU-Politiker hat es versäumt, sich als entschlossener Krisenmanager zu präsentieren. Wegners Chancen, sich über eine symbolkräftige Inszenierung à la Gerhard Schröder 2002 bei der Hochwasserkatastrophe darzustellen, schwinden. Dennoch bleibt abzuwarten, ob und wie sich diese Krisensituation auf seine politische Zukunft auswirken wird.

