Kraftloser Handel: DAX verlässt den Montagshandel mit leichtem Minus
"Am Markt traut sich keiner mehr aus der Deckung", so ein Marktteilnehmer. Neben der Sitzung der US-Notenbank warf auch bereits der große Eurex-Verfall am Freitag seine Schatten voraus. Am Freitag laufen Terminkontrakte auf Indizes und Einzelaktien aus, Händler sprechen vom so genannten großen Hexensabbat, dessen Entwicklung kaum kalkulierbar seien.
Anleger hätten zuletzt immer wieder ab 13.300 Punkten angefangen, ihre Gewinne mitzunehmen, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Wenn es dem DAX nicht gelinge, diesen Widerstand zu überwinden, drohe womöglich eine Korrektur bis 13 000 Punkte, prognostizierten die Charttechnik-Experten der UBS.
DAX-Ausblick
Bis Anfang September habe sich der New Yorker Dow Jones besser entwickeln können als der DAX, seit einer Woche sei es aber umgekehrt, konstatierte der Charttechnik-Experte Christoph Geyer von der Commerzbank. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners gab sich zurückhaltend: Es sei fraglich, ob es wirklich genügend Käufer für einen Ausbruch nach oben gebe.
Der Aktienmarktstratege Mislav Matejka von JPMorgan sieht mit Blick auf den Rest des Jahres mit der US-Wahl, möglichen Signalen der Stärke gegenüber China und Verzögerungen in der Corona-Impfstoffentwicklung einige Risikofaktoren. Letztlich rechnet Matejka daher nicht damit, dass sich der europäische Aktienmarkt in den kommenden Monaten von seinen Fesseln lösen kann. Stärker sieht er den US-Markt.
Fed im Fokus
Im Blick haben die Anleger bereits die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch. "An ihrem Leitzins wird die Fed sicherlich nicht rütteln", sagte Experte Altmann. Interessant werde aber, mit welchen Worten die Notenbanker die bereits angekündigte Änderung der Inflationsstrategie in ihre Aussagen einbauen.
/ dpa-AFX / Reuters / Dow Jones

