Kostensteigerung beim Mittelstand: Eine Balance zwischen Herausforderung und Optimismus
Ein Bericht der Förderbank KfW und der Deutschen Bundesbank wirft ein Schlaglicht auf die finanzielle Lage kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Laut der Analyse sehen sich viele Betriebe in diesem Jahr mit steigenden Kosten konfrontiert, was bei einigen Unternehmen zu finanziellen Engpässen führt. Basis dieser Erkenntnisse ist eine Umfrage, die im Januar unter 3.165 Unternehmen durchgeführt wurde.
Während 58 Prozent der befragten Firmen angaben, die Kostensituation sei für sie tragbar, verzeichnete eine frühere Befragung im April 2024 noch einen Anteil von 69 Prozent. Gleichzeitig fühlen sich 19 Prozent aktuell finanziell überlastet, im Vorjahr waren es nur 14 Prozent. „Mehr Unternehmen als im letzten Jahr haben inzwischen ihre Belastungsgrenze erreicht“, erklärt Elisabeth Grewenig von KfW Research. Besonders betroffen sei der Dienstleistungssektor, in dem eine Weitergabe der gestiegenen Ausgaben an die Kunden seltener möglich sei.
Trotz der Herausforderungen gibt es positive Signale: Die erwarteten Kostensteigerungen könnten dieses Jahr moderater ausfallen als 2024. So rechnen 47 Prozent der Mittelständler mit stabilen Löhnen und Gehältern, und 9 Prozent erwarten sogar einen Rückgang. Dennoch gehen 37 Prozent von einem Anstieg der Lohnkosten um bis zu 10 Prozent aus, und 7 Prozent befürchten sogar noch höhere Erhöhungen. Mit einem Anteil von etwa 35 Prozent an den Gesamtkosten stellen Löhne und Gehälter den größten Posten für die KMU dar.

