Kostenlose Corona-Tests für Urlauber sind bald Geschichte

24. August 2020, 22:33 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Nach dem Ende der Sommerreisesaison wollen sich Bund und Länder bei den Corona-Tests verstärkt auf Krankenhäuser und Pflegeheime konzentrieren.

Kostenlose Tests für Urlauber und Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen dafür nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern wegfallen. Das vereinbarten sie am Montag in einer Schaltkonferenz. Zudem wird weiter über einheitlichere Corona-Regeln in Deutschland mit Blick auf Familienfeiern, Bußgelder und Masken diskutiert. Parallel dazu werden Kontrollmaßnahmen verschärft.

Es habe eine hohe Übereinstimmung gegeben, dass richtigerweise im Sommer die Tests für Reisende ausgeweitet worden seien, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach dem Gespräch. Man sei sich aber gleichzeitig einig, dass mit Ende der Rückreisewelle die Kapazitäten wieder stärker im Bereich Pflege und Krankenhäuser genutzt werden sollten. Kritik an der Neuregelung kam aus Bayern. «Die Diskussion zur Beendigung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist verfrüht», sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montagabend in München.

ENDE VON KOSTENLOSEN TESTS

Seit Ende Juli können sich Urlaubsrückkehrer aus Nicht-Risikogebieten in Deutschland kostenlos auf Corona testen lassen. Das Angebot wurde gut angenommen. An Autobahnteststellen in Bayern etwa brauchten Reisende am vergangenen Wochenende teilweise viel Geduld und mussten rund zwei Stunden warten. «Die Möglichkeit für kostenlose Testungen für Reisende aus Nicht-Risikogebieten wird beendet», hieß es am Montag in einer Mitteilung der Gesundheitsminister. Ein genaues Datum wurde nicht genannt. Das dürfte am Donnerstag bei der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder besprochen werden. Beratungen der Länderchefs mit der Kanzlerin zum gemeinsamen Vorgehen in der Pandemie hatte es zuletzt im Juni gegeben.

PFLICHTTESTS UND QUARANTÄNE

Seit dem 8. August gilt: Reisende, die in Risikogebieten waren, müssen sich nach der Einreise kostenlos testen lassen, wenn sie keinen eigenen maximal 48 Stunden alten negativen Test vorweisen können. Ein negatives Ergebnis hebt die vorgeschriebene Quarantänepflicht auf. Nun ist geplant, dass für diejenigen, die aus Risikogebieten einreisen, wieder ausschließlich die Quarantäneregelung gelten soll. Das heißt: Die Betroffenen müssen sich wie bisher beim Gesundheitsamt melden und sich in Quarantäne begeben. Diese soll im Unterschied zur jetzigen Regelung aber erst dann verlassen werden dürfen, wenn mit einem frühestens fünf Tage nach der Einreise gemachten Test ein negatives Ergebnis vorgewiesen wird. Auch hier ist noch unklar, wann die Neuregelung kommen soll. Im Gespräch sind der 15. September oder der 1. Oktober.

SCHLUSS MIT ZETTELN IM FLIEGER UND IM BUS

«Zur verbesserten Kontrolle soll ein digitales Meldeportal durch die Bundesregierung entwickelt und gemeinsam mit den Ländern umgesetzt werden», hieß es am Montag von den Gesundheitsministern. Bisher müssen Reisende aus Risikogebieten im Flugzeug oder Reisebus Formulare mit Kontaktdaten und Angaben zum Gesundheitszustand ausfüllen. Die gehen an die Gesundheitsämter. «Kisten voller Papiere», hatte der Deutsche Städtetag kritisiert. Geplant ist nun, dass sich Reisende künftig vorher auf einer speziellen Internet-Seite registrieren und ihre Daten dort eingeben können.

LABORE AN DER GRENZE DER BELASTBARKEIT

Die umfassenden Tests bei Urlaubern werden auch deshalb zurückgefahren, weil die Labore in Deutschland inzwischen an ihre Grenzen stoßen, sowohl beim Personal als auch bei der Verfügbarkeit von notwendigen Materialien für die Tests. Deshalb müsse man die Teststrategie entsprechend anpassen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag. Pro Woche würden momentan rund 875 000 Corona-Tests gemacht. Die Labore hätten eine theoretische Kapazität von rund 1,2 Millionen.

DIE AKTUELLEN ZAHLEN

Erwartungsgemäß meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen. Binnen 24 Stunden wurden 711 Fälle an das RKI übermittelt, wie das Institut am Morgen mitteilte. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen erfahrungsgemäß niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

FORDERUNGEN NACH MEHR EINHEITLICHKEIT

Diskutiert wurde zu Wochenbeginn mit Blick auf die Beratungen Merkels mit den Ministerpräsidenten der Länder weiter über ein einheitliches Vorgehen in der Corona-Pandemie. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte, dass man sich wenigstens auf gemeinsame Mindeststandards einigen sollte. Als Beispiele nannte er die Maskenpflicht, die Höhe von Bußgeldern und Personenzahlen für Veranstaltungen. «Es kann nicht sein, dass es einzelne Bundesländer gibt, die keine Bußgelder haben», sagte Söder.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach sich dafür aus, die erlaubte Personenzahl bei privaten Feiern bundesweit zu vereinheitlichen. «Einheitlichkeit ist deshalb gut, weil es für die Bürgerinnen und Bürger schwierig genug ist, diese verschiedenen Regeln zu verstehen», sagte er im ZDF-«Morgenmagazin».

MEHR KONTROLLEN UND HÖHERE BUßGELDER

Gleichzeitig wurden am Montag bereits weitere Schritte zur Verschärfung unternommen. Bayern kündigte mehr Kontrollen von Auflagen wie der Maskenpflicht und höhere Strafen gegen Verstöße an. In Regionalzügen und S-Bahnen in Nordrhein-Westfalen begann am Mittag in Zusammenarbeit mit Ordnungsämtern und Bundespolizei eine landesweite Kontrollaktion zur Einhaltung der Maskenpflicht. Die Deutsche Bahn kündigte ebenfalls an, härter durchzugreifen. So sollen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Maskenpflicht auf Innenstadt-Bahnhöfen vor allem am Abend die Kontrollen verstärkt werden.

Krankheiten / Coronavirus / Covid-19 / Tests / Sommerurlaub / Reiserückkehrer / Deutschland
24.08.2020 · 22:33 Uhr
[45 Kommentare]
Tornado-Kampfjet (Archiv)
New York - Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die Nato-Länder aufgefordert, mehr in Luftverteidigung zu investieren. In der Nacht zu Freitag war in der rumänischen Stadt Galati eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen. Nach Angaben der Nato stammt sie aus Russland. "Diese Drohne hätte vielleicht effektiver bekämpft werden können", sagte […] (01)
vor 43 Minuten
Bei Verspätung Maut zurück: Italiens Autobahnbetreiber werden nun in die Pflicht genommen
Zwischen 7 und 9 Cents beträgt die Autobahnmaut in den beiden teuersten Mautländern Italien und Frankreich. Nicht immer gibt es dafür das, was man landläufig einen »guten Service« nennt: Langzeitbaustellen und ewig lange Staus sind in beiden Ländern ebenso normal wie bei uns, doch nun müssen die Betreiber dafür in Haftung treten: Ab morgen soll es per […] (00)
vor 5 Stunden
iPhone 18 Pro: Dummy-Modelle zeigen neue Farboptionen
Der bekannte Leaker Sonny Dickson hat Bilder von iPhone 18 Pro Dummy-Modellen geteilt, die einen ersten Ausblick auf die kommenden Farbvarianten geben. Die Aufnahmen zeigen die vier vermutlichen Optionen Hellblau, Dunkelkirsche, Schwarz und Silber. iPhone, Bild: pixabay Vier Farben für das iPhone 18 Pro Die veröffentlichten Dummys deuten […] (00)
vor 5 Stunden
The Witcher 3: Neue Erweiterung rutscht auf 2027 & soll riesig werden
Eigentlich klang es fast zu schön, um wahr zu sein: The Witcher 3 bekommt mehr als zehn Jahre nach seinem ursprünglichen Release tatsächlich noch eine neue Erweiterung. Für viele Fans war die Ankündigung von Songs of the Past deshalb ein kleiner Schockmoment. Geralt kehrt zurück. Nicht nur als Remaster, nicht nur als Mod, sondern mit einem neuen […] (00)
vor 49 Minuten
«ZDF.reportage» beleuchtet die schwierige Jobsuche junger Akademiker
Die neue Ausgabe begleitet Hochschulabsolventen, die trotz guter Qualifikationen keinen Arbeitsplatz finden. Mit der neuen ZDF.reportage widmet sich das ZDF einem Thema, das viele junge Menschen beschäftigt: der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt für Akademiker. Die Dokumentation „Jung, qualifiziert und trotzdem kein Job“ läuft am Samstag, den 20. Juni 2026, um 17.30 Uhr im ZDF und ist […] (02)
vor 8 Stunden
Nach dem Finale zwischen Paris Saint-Germain - FC Arsenal
Paris (dpa) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die gewaltsamen Auseinandersetzungen rund um den Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain scharf verurteilt. «Ich will mich nicht daran gewöhnen», sagte Macron bei der Ehrung des Teams im Élysée-Palast.  Dabei kündigte er ein hartes Vorgehen als Reaktion an. «Das ist kein Fußball, das ist […] (04)
vor 21 Minuten
Schattenkreditmarkt außer Kontrolle? Privatkredit-Boom bedroht die globale Finanzstabilität
Wenn Privatanleger zu Kreditgebern werden Der Kreditmarkt befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Während traditionelle Banken ihre Kreditvergabe vorsichtiger gestalten, floriert ein paralleles Kreditsystem aus privaten Investoren, Fintech-Plattformen und alternativen Finanzierungsinstitutionen. Dieser Boom der Privatkredite hat sich zu einem […] (00)
vor 3 Stunden
Erfolgreiches Hundetraining beginnt mit der richtigen Einstellung
Mörfelden-Walldorf, 31.05.2026 (lifePR) - Motivation spielt in der Hundeerziehung eine zentrale Rolle und ist oft der entscheidende Faktor für Erfolg oder Frust im Alltag. Hunde lassen sich in der Regel gut motivieren, sei es über Futter, Spiel oder gemeinsame Aufmerksamkeit. Beim Menschen sieht das oft anders aus, wie Hundeerziehungsberater […] (00)
vor 13 Stunden
 
Grünen-Logo (Archiv)
Berlin - Die Grünen-Basis droht im Streit um die größte Parteireform seit Jahren vor […] (00)
Toter Wal vor dänischer Insel Anholt
Anholt (dpa) - Am Wochenende wurde der Kadaver des als «Timmy» bekannten Buckelwals […] (02)
Raucherin (Archiv)
Berlin - Anlässlich des Weltnichtrauchertags an diesem Sonntag haben Politiker von […] (05)
Nationalfeiertag Norwegen - Prinzessin Ingrid Alexandra
Sydney/Oslo (dpa) - Nach dem Fund eines verdächtigen Briefs an die norwegische […] (01)
WM-Vorbereitung der Fußball-Nationalmannschaft
Mainz (dpa) - Der Frankfurter Außenverteidiger Nathaniel Brown darf sich neben […] (02)
Sky begleitet Boyzone bei emotionalem Abschied in neuer Dokumentation
Nach dem Erfolg von «Boyzone: No Matter What» setzt Sky die Geschichte der Popband mit einer […] (00)
Grundschule
Dortmund (dpa) - In der Debatte um eine Regulierung des Zugangs für Kinder und Jugendliche zu […] (00)
kostenloses stock foto zu 50 €, anlagestrategie, banknoten
Der Gesamtmarktwert der Stablecoins auf Cardano ist auf etwa $54,88 Millionen […] (00)
 
 
Suchbegriff