Kontroverse um Social-Media-Verbot für Minderjährige gewinnt an Fahrt
Die Debatte über den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu sozialen Medien spitzt sich in Deutschland zu, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausdrücklich ein Verbot für Minderjährige befürwortet hat. Merz äußerte seine Besorgnis darüber, dass Jugendliche im Durchschnitt bis zu fünf Stunden täglich online verbringen und darin ihren Hauptsozialraum sehen. Dies, so Merz, könnte zu Defiziten in der Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Kompetenz führen.
Auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger unterstützt potenzielle Einschränkungen. Laut Wildberger besteht breite Einigkeit darüber, dass soziale Medien ein Entwicklungsrisiko darstellen und die Notwendigkeit, junge Menschen zu schützen, essentiell ist. Er sieht zukünftige Technologien als mögliche Unterstützung im Umgang mit den Risiken des Internets.
Der Allgemeine Schulleitungsverband fordert derweil bundeseinheitliche Regelungen: Einfache Verbote würden die bestehenden Herausforderungen nicht lösen, es bedürfe klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen. Die Schulen registrieren ernsthafte Veränderungen im Lern- und Sozialverhalten der Schüler, hervorgerufen durch den massiven Medieneinfluss.
Ein Antrag des CDU-Landesverbandes Schleswig-Holstein für den CDU-Parteitag sieht ein Mindestalter von 16 Jahren für Plattformen wie Instagram, Tiktok und Facebook vor, verbunden mit verpflichtenden Altersverifikationen. Merz zeigt Sympathien sowohl für diesen Vorschlag als auch für ein Konzept der SPD, das ein gestaffeltes Modell nach Altersgrenzen vorschlägt und ein völliges Verbot für Kinder unter 14 Jahren empfiehlt.
Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) erwartet beim anstehenden CDU-Parteitag eine lebhafte Diskussion über das Thema. Ziel sei es, eine gesunde Balance zwischen dem Schutz vor negativen Einflüssen und der Förderung von Medienkompetenz zu finden.

