Kontroverse um Flugroutenänderung am Frankfurter Flughafen
Im Umfeld des Frankfurter Flughafens zieht ein Sturm auf: Geplante Änderungen der Abflugrouten sorgen für Diskussionen. Anliegende Kommunen erheben ihre Stimmen gegen die Vorhaben von Fraport und der Deutschen Flugsicherung (DFS), die eine Zunahme von Starts in Richtung Nordwesten planen. Aufgrund einer erwarteten Steigerung der Flugbewegungen bis 2033 sei dieser Schritt aus Sicht der Betreiber erforderlich. Kritiker jedoch sehen in diesen Plänen einen weiteren, unerwünschten Anstieg der Lärmbelastung.
Ein zentraler Akteur in diesem Konflikt ist die Frankfurter Fluglärm-Kommission, deren Mitglieder sich zu einer Sondersitzung zusammenfinden. Diese Sitzung, die nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist, soll über das weitere Vorgehen entscheiden. Entscheidungen und Beschlüsse werden jedoch im Nachgang publik gemacht. Die Pläne von Fraport und DFS stoßen bei der Kommission nicht auf Gegenliebe: Deren Vorstand kritisiert die Vorhaben als "schweren Vertrauensbruch" und beklagt, dass frühere Zusicherungen, welche eine Doppelbelastung durch Abflüge und Landungen vermeiden sollten, einseitig aufgegeben werden.
Paul-Gerhard Weiß, Vorsitzender der Kommission und Offenbacher Stadtrat, äußerte Bedenken hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit und Legitimität des Flughafenausbaus unter den neuen Bedingungen. Die nun geplante erhöhte Nutzung der Nordwest-Abflüge, so Weiß, sei nie Bestandteil der ursprünglichen Abwägungen gewesen, die 2011 zur Eröffnung der Nordwest-Landebahn führten. Er stellt damit die Frage in den Raum, ob der Flughafen platzierungstechnisch überhaupt an diesem Ort hätte entstehen dürfen oder ob er überhaupt genehmigt worden wäre.

