Konsumklima in Deutschland: Aufhellung in Sicht?
Das Konsumklima in Deutschland hat nach einer dreimonatigen Durststrecke im September eine Atempause eingelegt. Laut den jüngsten Erhebungen von GfK und dem Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) stieg der Indikator für Oktober um 1,2 Punkte auf nunmehr minus 22,3 Zähler. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit einer Aufhellung gerechnet, waren aber von einem moderateren Anstieg auf minus 23,3 Punkte ausgegangen.
Ein leichtes Plus in den Einkommenserwartungen der Verbraucher ist maßgeblich für diese Erholung. Dennoch zeigt sich die Kauflaune gedämpft und auch die Konjunkturerwartungen verbleiben in den Tiefen. Historisch betrachtet ist das Konsumklima weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.
Vor der Corona-Pandemie bewegten sich die Werte stabil im positiven Bereich. Geopolitische Spannungen sowie die Sorge um Arbeitsplätze und die Inflation belasten weiterhin das Verbrauchervertrauen.
Konsumexperte Rolf Bürkl vom NIM kommentierte, dass die jüngste Stabilisierung des Konsumklimas keine Garantie für eine nachhaltige Trendwende sei. Die gesamtwirtschaftliche Lage und die hohen Lebenshaltungskosten dämpfen größere Konsumpläne.
Gebremste Investitionsbereitschaft ist vor allem bei größeren Anschaffungen zu spüren. Trotz etwas gestiegener Einkommenserwartungen verhindert das anhaltend hohe Preisniveau bei Lebensmitteln und Energie die Kauflust.
Die Konjunkturerwartungen trübten sich weiter ein und erreichten den schlechtesten Wert seit Januar 2025. Die Erwartungen an eine kurzfristige wirtschaftliche Erholung sind gering.
Viele Wirtschaftsexperten haben ihre Prognosen nach unten korrigiert und rechnen für 2025 mit einer Stagnation. Seit 1974 gilt das Konsumklima als bedeutender Frühindikator des Verbraucherverhaltens, für den rund 1.000 Menschen monatlich im Auftrag der EU-Kommission befragt werden.

