Konjunktur in Bewegung: Überraschungen und Herausforderungen auf dem globalen Parkett
Die Vereinigten Staaten haben im Juni eine unerwartet dynamische Entwicklung in der Industrieproduktion verzeichnet. Die Fertigung legte um 0,3 Prozent zu, was über den Erwartungen der Ökonomen lag, die lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet hatten. Die Federal Reserve hob zudem hervor, dass die zuvor geschätzte Stagnation im Mai in Wirklichkeit einem Rückgang um 0,2 Prozent entsprach.
Währenddessen in Europa hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen, den nächsten langfristigen EU-Haushalt auf stattliche zwei Billionen Euro anzuheben. Diese Budgeterhöhung um etwa 700 Milliarden Euro für die Jahre 2028 bis 2034 zielt darauf ab, zusätzliche Investitionen in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung zu ermöglichen. Detaillierte Budgetpläne stehen allerdings noch aus.
In den USA schwächte sich der Preisdruck auf die Herstellerpreise im Juni deutlicher als prognostiziert ab. Die Erzeugerpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 2,3 Prozent, während Analysten von einem Rückgang auf 2,5 Prozent ausgegangen waren. Die Messlatte lag im Mai noch bei korrigierten 2,7 Prozent.
Die Bundesbank äußert sich besorgt über die bevorstehenden hohen Zolltarife, die von US-Präsident Donald Trump ab August auf EU-Importe erhoben werden sollen. Solche Maßnahmen könnten eine ernste Bedrohung für die ohnehin angespannte Konjunktur in Deutschland darstellen. Importzölle von 30 Prozent drohen, die Exportgeschäfte zu belasten und könnten zusätzlichen Gegenwind für die deutsche Wirtschaft erzeugen.
Unterdessen zeigt der deutsche Wohnungsbau ein zartes Pflänzchen der Hoffnung, denn der Ifo-Geschäftsklimaindex erreichte im Juni den besten Wert seit September 2022. Mit einem Stand von minus 25,2 bleibt er jedoch noch im negativen Bereich.
In Großbritannien stieg die Inflationsrate im Juni unerwartet auf 3,6 Prozent. Diese Entwicklung markiert den höchsten Stand seit anderthalb Jahren und übertrifft die Erwartungen von Wirtschaftsexperten. Die Preissteigerung bleibt weit über dem Zielwert von 2 Prozent der Bank of England, die im kommenden Monat über ihren geldpolitischen Kurs entscheiden wird.
Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz plant, die kommunale Finanznot zum Hauptthema der Ministerpräsidentenkonferenz zu machen. Das Konnexitätsprinzip, wonach derjenige zur Kasse gebeten wird, der Leistungen bestellt, soll verstärkt zur Anwendung kommen.
Der Zollstreit mit den USA bleibt unverändert hitzig, doch Finanzminister Lars Klingbeil pocht auf vernünftige Gespräche mit der gegnerischen Seite. Europas Haltung gegenüber den USA bleibt ausgleichend, jedoch entschlossen in der Vorbereitung auf nötige Gegenmaßnahmen.

