Kölner Ford-Werke: Entscheidung zur Beendigung des Arbeitskampfes steht bevor
In den Kölner Ford-Werken neigt sich der seit Monaten laufende Arbeitskampf dem Ende zu. Der entscheidende Wendepunkt kam im Juli mit der Einigung zwischen der IG Metall und dem Ford-Management über Einsparungen, Abfindungen und finanzielle Sicherheiten. Diese Woche stimmen über 10.000 Gewerkschaftsmitglieder über den ausgehandelten Kompromiss ab, während am Freitagmorgen bereits die Auszählung der Stimmen begonnen hat.
Die Stimmen aus den Reihen der IG Metall sind von Zuversicht geprägt. David Lüdtke, Sprecher der Gewerkschaft bei Ford, erklärte am späten Vormittag seine Erwartungshaltung, dass die Arbeitnehmer das Ergebnis der Verhandlungen annehmen werden. Zuvor hatte die Auseinandersetzung im Mai zu einem historischen ersten Streik in der Geschichte der 1930 gegründeten Werke geführt, der die Produktion für einen Tag lahmlegte.
Der Hintergrund des Konflikts ist der wachsende Druck auf Ford, da die Verkaufszahlen neuer E-Autos hinter den Erwartungen zurückbleiben. Bis Ende 2027 sollen 2.900 der rund 11.500 Jobs abgebaut werden. Für die ausscheidenden Mitarbeiter sind hohe Abfindungen vorgesehen und es existiert eine zusätzliche Vereinbarung mit dem Mutterkonzern in den USA, die den Beschäftigten mehr Sicherheit verspricht.
Das Ergebnis der Urabstimmung wird am Freitagnachmittag erwartet. Sollte es dennoch zu einer Ablehnung des Kompromisses kommen, wäre das für viele überraschend, da hierfür eine Mehrheit von mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten IG-Metaller erforderlich wäre. Unterdessen zeigt sich ein Lichtblick am deutschen Markt: Fords Marktanteil kletterte seit Jahresbeginn von rund drei Prozent auf 4,5 Prozent.

