Koalition verschärft Auflagen: Bürgergeld vor tiefgreifenden Reformen
Nachdem intensive Verhandlungen zwischen Union und SPD zu einem Ergebnis geführt haben, stehen beim Bürgergeld signifikante Reformen bevor. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verkündete in Berlin die Pläne zur Verschärfung der Mitwirkungspflichten sowie der Sanktionsmöglichkeiten. Die rund 5,5 Millionen Bezieher der neuen Grundsicherung müssen sich auf strengere Bedingungen einstellen. Die Verhandlungsrunde, die von Bundeskanzler Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) geleitet wurde, gipfelte in dem Entschluss, die Anfang 2023 eingeführten Reformen teilweise rückgängig zu machen.
Zukünftig wird die Leistung als 'Grundsicherung für Arbeitssuchende' bezeichnet. Der Fokus liegt nun verstärkt auf einer ausgewogenen Mischung aus Fördern und Fordern, um Missbrauch effektiver zu verhindern. Konkret ist vorgesehen, dass Leistungsempfänger bei Nichteinhaltung von Terminen im Jobcenter mit gekürzten Zahlungen rechnen müssen. Wer wiederholt gegen die Regelungen verstößt, dem drohen vollständige Leistungseinstellungen.
Auch das Schonvermögen der Betroffenen wird stärker reglementiert, um es stärker an die Lebensleistung zu koppeln. Die Reform reagiert auf Kritikpunkte, die seit der Einführung des Bürgergelds insbesondere von Unionspolitikern wie CSU-Chef Markus Söder geäußert wurden. Wichtig ist die Feststellung, dass Arbeit sich mehr lohnen muss als der Bezug von Sozialleistungen. Die zweite Nullrunde im nächsten Jahr, nach den inflationsbedingten Erhöhungen in 2023 und 2024, wird die Leistungsanpassungen weiterhin begrenzen.

