Koalition ringt um Stabilität der Krankenkassenbeiträge
In der politischen Arena Berlins bleibt die Frage der Krankenkassenbeiträge für das kommende Jahr weiter unentschieden. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) betonte kürzlich, dass die Stabilität der Beiträge trotz intensiver Diskussionen im Koalitionsausschuss zwischen Union und SPD noch nicht gesichert sei. Die Regierungskoalition strebe nach einer gleichbleibenden Beitragshöhe, jedoch sei bislang keine definitive Strategie für dieses Vorhaben beschlossen worden. Diese Unentschlossenheit wird von besonderer Bedeutung sein, da die bevorstehende Entscheidung wesentlichen Einfluss auf die Berechnungen des Schätzerkreises haben wird.
Dieses Expertengremium, bestehend aus Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums, des Krankenkassen-Spitzenverbands und des Bundesamts für Soziale Sicherung, ist damit beauftragt, bis zum 15. Oktober eine Prognose zur Finanzlage der Krankenkassen abzugeben. Diese Vorhersage wird zur Grundlage für die künftige Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes, an dem sich die einzelnen Kassen orientieren sollen. Eine spannende Option zur Überwindung der Finanzlücke, so Warken, wären mögliche Anpassungen bei den Zuzahlungen, etwa für Medikamente. Doch selbst wenn diese Einzahlungen unter Betrachtung stehen, bedeutet dies nicht automatisch ihre Umsetzung.
Medienberichten zufolge wird über eine pauschale Erhöhung der Zuzahlungen um 50 Prozent nachgedacht, um die Milliardenlöcher zu stopfen. Auch in der Pflegeversicherung bahnen sich Diskussionen um Beitragserhöhungen an. Trotz zuvor alarmierender Prognosen einer vier Milliarden Euro Lücke in der Krankenversicherung sind diese aufgrund verbesserter Konjunkturzahlen auf zwei Milliarden Euro korrigiert worden. Ohne neue Maßnahmen drohen jedoch in beiden Bereichen weiterhin Beitragssteigerungen.

